14.12.2020
Beschäftigte haben Zukunftsängste und Einkommenseinbußen

PM 50 | Befragung der IG Metall zeigt großes Bedürfnis nach Sicherheit für Arbeitsplätze und Einkommen – Horn: "Jetzt müssen auch die Arbeitgeber einen Beitrag leisten und den Menschen etwas zurückgeben."

Die Industriebeschäftigten in Bayern haben verstärkt Zukunftsängste, und viele haben in 2020 wesentliche Einkommenseinbußen erlitten. Folglich sind für eine große Mehrheit der Beschäftigten in der kommenden Tarifrunde Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und Entgeltsteigerungen gleichermaßen wichtig. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Befragung der IG Metall, an der sich in Bayern von Ende September bis Mitte November fast 50.000 Beschäftigte beteiligt haben.

26 Prozent der Befragten sehen ihren eigenen Arbeitsplatz gefährdet, sogar 73 Prozent registrieren verstärkt Zukunftsängste in der Belegschaft ihres Betriebs. Wesentliche finanzielle Einschnitte haben im Corona-Jahr 2020 32 Prozent der Beschäftigten zu verkraften. "Die Beschäftigten haben große Opfer gebracht, damit die Industrie durch die Krise kommt. Jetzt müssen auch die Arbeitgeber einen Beitrag leisten und den Menschen etwas zurückgeben. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen. Das sind genau die Themen, mit denen wir in die anstehenden Tarifrunden gehen", sagt Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

So geben 72 Prozent der Befragten an, dass eine Entgeltsteigerung für sie ein wichtiges Ziel der kommenden Tarifrunde ist. Für 86 Prozent ist eine Beschäftigungssicherung durch Zukunfts-Tarifverträge ein wichtiges Tarifziel, für 92 Prozent Zukunftssicherung durch Qualifizierung und für 66 Prozent Beschäftigungssicherung durch eine Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich, etwa in Form einer 4-Tage-Woche.

In der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall Modelle der vorübergehenden Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich, um Beschäftigung zu sichern. Zur Finanzierung der Beschäftigungssicherung und zur Stärkung der Einkommen fordert die IG Metall ein Entgeltvolumen von vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Damit soll auch ein etwaiger Teillohnausgleich finanziert werden. Horn: "Mit dieser Tarifforderung werden wir der unterschiedlichen Lage in den Betrieben gerecht. Wo es gut läuft, kann das Volumen von 4 Prozent für höhere Entgelte, wo es schlecht läuft für einen Teillohnausgleich bei der vorübergehenden Absenkung der Arbeitszeit eingesetzt werden."

Weiterhin fordert die IG Metall einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge. In diesen Zukunftstarifverträgen sollen zum Beispiel konkrete Investitions- und Produktperspektiven sowie Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung festgelegt und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden.

Eine weitere Forderung ist die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten. Für Dual Studierende strebt die IG Metall vergleichbare Regelungen an.

Die erste Tarifverhandlung in Bayern findet am 17. Dezember statt. Die Friedenspflicht läuft bis zum 1. März 2021.

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