06.07.2019
IG Metall drängt auf mehr Mitbestimmung im Wandel

PM 28 / Johann Horn: "Wir müssen mehr Wirtschaftsdemokratie wagen" – Vorstandsmitglied Irene Schulz nimmt Politik und Arbeitgeber in die Pflicht

Irene Schulz vom IG Metall-Vorstand und Bezirksleiter Johann Horn

Die 69. Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern am 5. und 6. Juli in Unterhaching (Fotos: Werner Bachmeier)

Die IG Metall in Bayern drängt auf mehr Mitbestimmung für die Beschäftigten im industriellen Wandel. "In den Umwälzungen jetzt ist es höchste Zeit, dass wir Demokratie und Wirtschaft wieder mehr zusammenbringen. Nur mit mehr Wirtschaftsdemokratie, Beteiligung und Mitbestimmung schaffen wir einen guten und gerechten Wandel. Wir müssen mehr Wirtschaftsdemokratie wagen", sagte Bezirksleiter Johann Horn am Samstag bei der 69. Ordentlichen Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern in Unterhaching.

Digitalisierung und Vernetzung würden für enorme Produktionszuwächse sorgen. Jetzt bestehe die Chance auf neue Produkte, die Umwelt und Menschen weniger schädigen und den Klimawandel stoppen, so Horn: "Wir als Metallerinnen und Metaller wollen gestalten, entwickeln und schützen. Die Beschäftigten sind diejenigen, die die Wirtschaft wandeln wollen und können. Wir werden eigene Ideen einbringen und Konzepte entwickeln. Und wir werden Widerstand leisten überall dort, wo sich die Arbeitswelt nicht zum Positiven wandelt."

Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, nahm in ihrer Rede bei der Bezirkskonferenz Politik und Arbeitgeber in die Pflicht: "Wir sagen ja zum Klimaschutz. Klimawandel ist von Menschen gemacht und kann von Menschen gestoppt werden. Doch die Klimapolitik muss wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Veränderungsdynamik verlangt nach Sicherheiten für unsere Beschäftigten. Ständige Personalabbaupläne verstärken Zukunftsangst und bremsen die Veränderungsbereitschaft. Sie sind vor allem ein Armutszeugnis für hochbezahlte Vorstände und Manager. Wir fordern von den Arbeitgebern das Gegenmodell ein: Investieren und qualifizieren."

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gedruckt am 19.09.2019 / IG Metall Bayern online