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03.04.2017
Bosch Rexroth: Protest gegen Schließungspläne

Im Baden-Württembergischen Fellbach nahe Stuttgart protestierten am Montag etwa 700 Rexroth-Beschäftigte gegen neue Pläne für eine Umstrukturierung. 500 Stellen sollen betroffen sein, der Standort Fellbach selbst geschlossen werden. Die Belegschaften fordern alternative Perspektiven.

Andrea Fehrmann, Unternehmensbeauftragte der IG Metall für Bosch Rexroth, fasste die Situation angesichts einer endlosen Folge von Restrukturierungen auf dem Rücken der Beschäftigten zusammen: "Seit nunmehr drei Jahren befindet sich das Unternehmen im Restrukturierungsmodus, Abbau und Verlagerungen stehen auf der Tagesordnung – mit verheerenden Folgen und Konsequenzen sowohl für die Beschäftigung, als auch für die industrielle Struktur von Bosch Rexroth in Deutschland."

Von den aktuellen Plänen sind außer Fellbach auch erneut Lohr am Main und Ober-Ramstadt betroffen. Das Unternehmen bleibt detaillierte wirtschaftliche Gründe schuldig und beschränkt sich statt dessen auf pauschale Hinweise zur Konzentration von Fertigungskapazitäten sowie Kostensenkungen in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung.

Fehrmann kritisiert vor allem diese mehr als unbefriedigenden Argumentationsansätze: "Zum einen werfen die arbeitgeberseitigen Planungen noch viele offene Fragen auf, Fragen, die in der Regel, so sie denn beantwortet werden, noch mehr neue Fragen nach sich ziehen." Tatsächlich ist die Faktenlage so dürftig, dass externe Berater der Betriebsräte nicht einmal ausreichend Daten für eine solide Beurteilung der Lage vorfinden.

Vor diesem Hintergrund fordern die Interessenvertretungen gemeinsam mit der IG Metall zuerst, dass sämtliche Daten und Berechnungen des Managements auf den Tisch kommen. Auf deren Grundlage sollen alternative Optionen für die betroffenen Standorte erarbeitet werden, wobei die Vorschläge der Arbeitnehmerseite ernsthaft geprüft und berücksichtigt werden.

Unter dem Strich geht es bei Bosch Rexroth nicht "nur" um die akute Problematik in Fellbach, Lohr und Ober-Ramstadt, sondern um das ganze Unternehmen: "Zwar ziehen Umsatz und Auftragseingang an, parallel dazu nehmen aber negative Aspekte wie Personalunterdeckung, Überstunden, Leiharbeit und Befristungen sowie die Leistungsverdichtung zu. Also auch hier: Mitnichten Entwarnung!"

Fehrmann appellierte an die Beschäftigten, ihren Anteil für den nötigen Druck beizutragen, ohne den eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze und Standorte aus heutige Sicht fragwürdig scheint: "Langfristig ist es unser Ziel, alle deutschen Standorte zukunftssicher zu machen."

Die Konzernmutter Bosch gab bezeichnender Weise am vergangenen Freitag in der "Stuttgarter Zeitung" Pläne für eine Job-Offensive bekannt, in deren Rahmen allein in Deutschland rund 3.400 zukunftsfähige neue Arbeitsplätze geplant sind. Die Arbeitnehmerseite bei Rexroth nimmt Bosch in in diesem Zusammenhang klar in die Pflicht: "Wir lassen nicht zu, das Rexroth tot gespart wird, wir werden die Mutter in dieser Frage nicht aus der Verantwortung nehmen. Mit zweierlei Maß darf hier nicht gemessen werden!"

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