13.02.2017
Siemens Healthcare muss in der Mitbestimmung bleiben

PM 05 / 13. Februar 2017: „Börsengang in den USA birgt mehr Risiken als Vorteile“

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens Healthcare GmbH, erteilt Überlegungen eine Absage, das Unternehmen in den USA an die Börse zu bringen: „Ein Börsengang in den USA birgt mehr Risiken als Vorteile. Siemens Healthineers hat mit Sitz in Bayern und unter dem Dach der deutschen Mitbestimmung seine heutige Spitzenposition im weltweiten Markt für Medizintechnik erreicht, das sollte man nicht für ein paar Dollar mehr aufs Spiel setzen.“

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, hatte am Wochenende die Möglichkeit eines Börsengangs in den USA in einem Interview als „reale Überlegung“ bezeichnet und begründet, man könne dort unter Umständen im Zuge der Aktienausgabe mehr Geld einnehmen. Eine abschließende Meinung habe man sich jedoch noch nicht gebildet.

Aus Sicht der IG Metall Bayern überwiegen die Vorteile der aktuellen Unternehmensstruktur mögliche finanzielle Gewinne beim Gang an die Wall Street. Während letztere auf einmalige Mehreinnahmen beim Börsengang selbst beschränkt blieben, könnten mittel- und langfristig Nachteile entstehen, erklärt Wechsler: „Der Unternehmensschwerpunkt mit Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie Fertigung in unmittelbarer Nähe zueinander hat sich in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewährt. Ein Börsengang in New York würde die Stabilität dieses auch durch die deutsche Mitbestimmung geprägten Erfolgsmodells durch eine Wendung zum angloamerikanischen Finanzkapitalismus gefährden.“

Die Siemens AG selbst hatte sich im Jahr 2014 nach über zehn Jahren von der Wall Street zurückgezogen. Als Gründe dafür nannte Kaeser damals unter anderem die aufwändigere Bilanzierung sowie kostspielige Berichtspflichten gegenüber der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Diesen Faktoren wäre auch die heutige Siemens Healthcare GmbH durch ein Listing an der US-Börse ausgesetzt.

Abschließend betont Wechsler die Zusagen bei der Ausgliederung der Sparte im Frühjahr 2015: „Siemens hat sich zu einer umfangreichen Absicherung der Beschäftigung und der Fortführung der Mitbestimmung bekannt. Wir werden nicht hinnehmen, dass diese Verpflichtung durch einen Gang nach New York aufgeweicht wird.“

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