03.06.2016
Warnstreiks bei Atos und Unify

im Januar kamen zwei Unternehmen wieder zusammen, die früher einmal beide zu Siemens gehört hatten: Atos übernahm Unify, die frühere Siemens Enterprise Communications. Langwierige tarifliche Probleme hatten beide im Gepäck - jetzt, nach Ende der Tarifrunde, kämpfen die Beschäftigten gemeinsam um einen fairen Entgelttarif auf dem Niveau der Branche.

Wollen auch eine Entgelterhöhung wie die Kolleg_innen im Flächentarif: Beschäftigte bei Atos und Unify.

Dreiste Tarifvorschläge

In der ersten Verhandlung für die neue Struktur am 22. April legte das Management einen dreisten Vorschlag auf den Tisch: Obwohl Atos nachhaltig auf Erfolgskurs ist, Aktienkurs und Dividenden steigen, sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinerlei Beteiligung an diesem Erfolg erhalten. Am 20. Mai fand in Frankfurt die zweite Tarifverhandlung für die deutschen Töchter von Atos und Unify statt. Auch dieses Mal boten die Arbeitgeber eine weitere Provokation. Die Entgelte sollen um magere 1,5 Prozent steigen, dafür will Atos jedoch entsprechende Einsparungen an anderer Stelle.

Über 300 Beschäftigte legen die Arbeit nieder

Nun reagieren die Beschäftigten mit Warnstreiks - zum Beispiel am 2. Juni in München. Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der dortigen IG Metall, fasst die Verärgerung der Belegschaft zusammen: "Die berechtigten Interessen der Atos-Beschäftigten spielen vor dem Hintergrund der Einsparungsziele der Arbeitgeber anscheinend keine Rolle. Die Arbeitgeber wären klug beraten, endlich ein ernstzunehmendes Angebot vorzulegen."

Tun sie das nicht, ist mit weiteren Tarifaktionen und Warnstreiks zu rechnen, betonte Lischka. Die Bereitschaft dazu ist eindeutig vorhanden: In München beteiligten sich trotz verbreiteter Tätigkeit im Home Office über 300 Kolleginnen und Kollegen an der Aktion. "Aus Sicht der IG Metall ist nicht akzeptabel, dass Atos den Ausstieg aus der monetären Tarifbindung anstrebt und die Entgeltentwicklung ausschließlich ins eigene Ermessen stellen will. Wie sich das für die Belegschaft auswirkt, dürfte auf der Hand liegen", erklärte Lischka.

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