16.09.2015
10.000-Häuser-Programm des bayerischen Wirtschaftsministeriums fachlich solide, aber Versprechen im Energiedialog verfehlt

(Pressedienst 53/2015) IG Metall Bayern und BUND Naturschutz vor Klimaschutzkonferenz Paris 2015: Bayern muss bei Energieeffizienz klotzen, nicht kleckern.

„Im Energiedialog Bayern 2014 / 2015 hatten wir gemeinsam gefordert, dass das Bayerische Wirtschaftsministerium die dezentrale Kraftwärmekopplung deutlich anschiebt, als ein kräftiges Standbein Bayerns für die Versorgungssicherheit mit Strom. Dies hatte uns Frau Staatsministerin Ilse Aigner damals auch zugesagt. Das am Dienstag startende 10.000-Häuser-Programm des Wirtschaftsministeriums ist fachlich solide ausgearbeitet. Aber was wir dort nicht sehen, sind Anreize für den Ausbau der dezentralen Kraftwärmekopplung mit dem Ziel, flexible elektrische Leitung gemeinsam mit Strom aus Sonne und Wind für eine sichere Stromversorgung anzubieten. Unsere Forderung aus dem Energiedialog werden leider nicht umgesetzt“, kritisieren gemeinsam Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, und Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern.

„Mit dem 10.000-Häuser-Programm werden Energieeffizienzmaßnahmen für private Hausbesitzer technisch angereizt - aber leider nur mit einem kleinen Fördervolumen. Klimaschutz erfordert mehr: Von einzelnen Leuchttürme zu massenweisen Lichterketten, das wäre das Ziel gewesen. zur energetischen Gebäudesanierung vom Bund gefordert. Für die notwendige Dynamik der energetischen Gebäudesanierung in Bayern wären jährlich mehrere 100 Millionen Euro an Förderungsanreizen erforderlich. In diesem Lichte sind nun 90 Millionen Euro in Bayern für 4 Jahre, entsprechend 15 Millionen Euro pro Jahr, in der Tat viel zu wenig. Innovative Einzelaktionen reichen für den Klimaschutz nicht mehr aus - ein 10.000-Häuser-Programm ist bei ca. 5.000.000 Haushalten in Bayern einfach zu wenig“, so Wechsler und Weiger weiter.

Enttäuschend für IG Metall und BUND Naturschutz ist nun, dass von ihren Forderungen und Beiträgen im Energiedialog Bayern kaum etwas in die reale Politik des Wirtschaftsministeriums übernommen wurde. Gefordert hatten sie, dass die dezentrale Kraftwärmekopplung in Bayern ausgebaut wird. Bereits heute hätte die dezentrale Kraftwärmekopplung, auf Basis Erdgas, aber auch auf Basis Biogas, das technische Potenzial, lokal und regional über die Hälfte der elektrischen Spitzenleistung zu decken. Dies wäre eine gute Basis um in Bayern, gemeinsam mit Strom aus Wind und Sonne, regional und lokal gesicherte elektrische Leistung anzubieten. Notwendig wären aus Sicht von IG Metall und BUND Naturschutz, dass das Bayerische Wirtschaftsministerium zum einen den Ausbau der dezentralen Kraftwärmekopplung stärker anreizen würde, und zum anderen die Steuerung und flexible Vermarktung von dezentraler elektrischer Leistung aus Kraftwärmekopplung unterstützen würde.


Für Rückfragen:

Dr. Andrea Fehrmann, IG Metall Bayern
mobil: 0170 2106414, andrea.fehrmann(a)igmetall(.)de

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