02.07.2015
IG Metall Bayern ruft Stakeholder der Automobilindustrie zu gemeinsamem Handeln auf

(Pressedienst 49/2015: Automobilkonferenz der IG Metall Bayern) Die IG Metall Bayern setzt sich am 2. und 3. Juli 2015 in Nürnberg im Rahmen ihrer jährlichen Automobilkonferenz mit den aktuellen Herausforderungen in der Automobilindustrie auseinander. Referate aus Industrie, Wissenschaft und Politik sowie die Diskussion mit rund 100 Betriebsräten aus bayerischen Standorten der Branche bilden eine Grundlage für die Arbeit der IG Metall Bayern auf betrieblichen und politischen Handlungsfeldern.

Die IG Metall Bayern warnt davor, die rasante Veränderung wesentlicher Rahmenbedingungen passiv abzuwarten, erklärt Bezirksleiter Jürgen Wechsler: „Ob technologisch, ökologisch oder demografisch - die Veränderungen moderner Mobilitätskonzepte sind keine Zukunftsvision mehr, sondern haben längst begonnen. Damit steht die gesamte Automobilbranche vor enormen Herausforderungen. Sie zu unterschätzen gefährdet die Position unserer Automobilindustrie, ihre wirtschaftliche Bedeutung und nicht zuletzt auch ihre tragende Rolle für die Beschäftigung.“

Die IG Metall Bayern ruft Politik, Wissenschaft und die Industrie selbst auf, die entsprechenden Entwicklungen gemeinsam aktiv zu gestalten. Ihre Automobilkonferenz als Teil dieser Anstrengung befasst sich in diesem Jahr unter anderem mit alternativen Antrieben und der Verringerung des CO2-Ausstoßes sowie nachhaltiger Mobilität insgesamt. Ein technologischer Schwerpunkt ist die zunehmende Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette einerseits und der Fahrzeuge selbst andererseits. Sie wirkt sich tiefgreifend auf die Arbeit aus, so Wechsler: „Die Qualifikationsanforderungen verändern sich, die Arbeit wird zeit- und ortsunabhängiger, einige Tätigkeiten entfallen, andere entstehen neu. Diesem Prozess sieht die IG Metall nicht passiv zu, sondern stellt unter dem Stichwort ‚ Arbeit 4.0‘ offensiv die Weichen für gute Arbeit. Unsere Arbeitszeitdebatte ist ebenso eine Facette davon wie die Mitarbeit in Einrichtungen wie dem Beirat Bayern Digital der Staatsregierung.“

Ein entscheidender Faktor in diesem Zusammenhang sind zwangsläufig die Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie nicht nur in Bayern. Sie stehen vor der Herausforderung, das Auto der Zukunft als Teil nachhaltiger Mobilitätskonzepte zu entwickeln und dem Druck standzuhalten, mit dem vor allem neue Wettbewerber aus der IT-Branche in die Zukunftsmärkte drängen. Wechsler betont in diesem Zusammenhang die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, warnt aber zugleich vor Versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen: „Wir werden nicht dulden, dass beispielsweise in der industriellen Kontraktlogistik oder bei anderen Dienstleistern Menschen zu Dumpinglöhnen, ohne Tarifverträge und ohne Sicherheit des Arbeitsplatzes beschäftigt sind. Die IG Metall ist und bleibt für die Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Automobils zuständig.“

In die Pflicht nimmt die IG Metall Bayern auch die Politik, die aus ihrer Sicht deutlich aktiver zur Bewältigung der Herausforderungen beitragen muss. Exemplarisch dafür steht die zögerliche Entwicklung der Elektromobilität, kritisiert Wechsler: „Die staatlichen Anreize für den Wechsel zur Elektromobilität reichen ebenso wenig aus wie die Infrastruktur für E-Mobile. Mit kostenlosen Parkplätzen ist niemandem gedient, solange man Elektroautos nicht flächendeckend aufladen kann. Daher haben wir eine klare Forderung: Die gesamte Wertschöpfung in Zusammenhang mit Elektromobilität muss in Bayern und ganz Deutschland auf- beziehungsweise ausgebaut werden.“ Besonderes Gewicht misst er dabei dem entscheidenden Bereich der Batterien zu und fordert konkret: „Bayern muss der Industriestandort werden, an dem neue Speichertechnologien produziert werden. Das ist eine der größten Herausforderungen für die bayerische Industriepolitik.“

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