20.05.2014
Aktionstag bei Siemens

"One Siemens. Aber mit allen."- unter diesem Motto rufen IG Metall und Siemens-Gesamtbetriebsrat alle Siemens-Betriebe zu einem Aktionstag am 23. Mai auf. Sie senden damit ein Signal: Der als "Vision 2020" angekündigte Unternehmensumbau darf weder die erneute Hinwendung zum Margenwahn einläuten, noch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Dieses Signal muss schnell und deutlich beim Siemens-Vorstand und in der Öffentlichkeit ankommen, auch wenn die Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Beschäftigung derzeit noch gar nicht konkretisiert sind. Und gerade deswegen, denn es geht darum, beizeiten eine grundsätzliche Botschaft zu vermitteln: Die SiemensianerInnen, die Betriebsräte und die IG Metall wehren sich gegen Versuche, Siemens ein weiteres Mal auf Kosten der Beschäftigten neu aufzustellen. In Bayern werden die örtlichen Schwerpunkte des Aktionstages in München und Erlangen liegen.

Sparen um jeden Preis?

Die unverbindlichen Aussagen seit Amtsantritt des Siemens-Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser sind bislang ohne bemerkbare Konsequenzen in der Praxis geblieben. Die "Vision 2020" hingegen kündigt handfeste Folgen für Siemens an - leider die Falschen:

» Eine Milliarde Euro soll gespart werden, wenn vier Sektoren und sieben Divisionen aus der Unternehmensstruktur verschwinden. Auch wenn das nicht durchgängig mit Abbau gleichzusetzen ist, sind auf die eine oder andere Weise etliche tausend Stellen - und die Menschen darauf - betroffen.

» Zum Bahngeschäft geht Siemens zunehmend auf Distanz, und zwar unabhängig von einem möglichen Deal mit Alstom.

» Kommt dieser Deal zustande, muss hingegen die Energiesparte von Alstom integriert werden. Die Folgen davon sind noch kaum abzuschätzen.

» Die Hörgerätesparte S.A.T. soll an die Börse gehen. Für viele SiemensianerInnen bedeutet das eine äußerst ungewisse Zukunft.

» Healthcare soll als "Unternehmen im Unternehmen" bleiben. Das mag zuerst einmal gar nicht so schlecht klingen, erinnert aber an Parallelen zu früheren Bereichen, die heute nicht mehr bei Siemens sind - was heißt es also für die Zukunft?

Siemens 2020 gab's vor Vision 2020!

IG Metall und Gesamtbetriebsrat halten mit ihrer Zukunftsperspektive "Siemens 2020" dagegen. Sie fordern nach wie vor eine tragfähige Deutschlandstrategie, die eine nachhaltige Perspektive für den Heimat- und Leitmarkt und seine Beschäftigten eröffnet - und zwar alle. Diese Forderung steht also im Mittelpunkt des Aktionstages: One Siemens. Aber mit allen.


» Ausführliche Informationen im Siemens Dialog der IG Metall

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