11.03.2013
Revolution Bildung

Vergangenes Wochenende startete die IG Metall in Frankfurt eine neue Kampagne: "Revolution Bildung" setzt sich im Vorfeld der Bundestagswahlen für eine grundlegende Bildungsreform ein. Soziale Unterschiede sollen ausgeräumt, die Qualität verbessert sowie Selbstbestimmung, Teilhabe und Demokratie in den Fokus gerückt werden.

Den Kampagnenstart markierte am Wochendende ein Kongress der IG Metal Jugend, gefolgt von einem "Tanz" durchs Bankenviertel am Abend, der außer viel Spaß für die TeilnehmerInnen gleichzeitig die gewünschte Aufmerksamkeit erzeugen half.

Aber es geht um weit mehr als Spaß und öffentliches Interesse. Der zweite IG Metall-Vorsitzende Detelf Wetzel stellte die aktuelle Entwicklung mit den Zielen der IG Metall in Bezug: "Das Bildungssystem gerät immer mehr in die Kritik angesichts sinkender Qualität für alle, steigender Kosten für den Einzelnen und wachsender sozialer Ungleichheit. Wir brauchen ein Modell, das lebenslanges Lernen ermöglicht, mit dem Recht auf Fortbildung und auf bezahlte Freistellung für die berufliche Weiterqualifizierung."

Bildungssystem auf dem Weg in die Sackgasse

Tatsächlich ist in Deutschland immer noch die soziale Herkunft entscheidend für soziale und berufliche Perspektiven, ein Zustand, den unter anderem die OECD offen kritisiert. Kaum besser sieht es bei den Anstrengungen der Industrie aus, obwohl sie andererseits stets über drohenden Fachkräftemangel und unzureichende Bildungsgrundlagen junger Menschen lamentiert. Gleichzeitig schrumpfen auf Kosten der Qualität die Ausbildungszeiten an Schulen und Universitäten, und die Zahl der Studienabbrecher steigt auf Grund wachsender Belastungen im Studium stetig an.

Investitionen in die Zukunft

"Bildungsausgaben sind kein Kostenfaktor, sondern Investitionen in unsere Zukunft. Das bedeutet, dass der Staat mehr in Bildung investieren, aber auch, dass die Wirtschaft finanziell mehr Verantwortung übernehmen muss", betonte IG Metall-Bundesjugendsekretär Eric Leiderer vor diesem Hintergrund bei der Auftaktveranstaltung von "Revolution Bildung". Die IG Metall-Jugend will die daraus abgeleiteten Forderungen demnächst in einem Bildungsmanifest veröffentlichen und mit Aktionen wie dem Tanz durchs Börsenviertel verbreiten.

Gerade im Vorfeld der Land- und Bundestagswahlen in diesem Jahr dürfte das die Politik nicht ungerührt lassen - ein durchaus erwünschter Effekt, so Leiderer: "Die Politik hat in den letzten Jahren versagt. Sie hat zugelassen, dass immer mehr Menschen abgehängt werden. Das wollen wir ändern!"

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