20.07.2012
Intensiver Blick auf die Automobilbranche

Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorwiegend aus den Betriebsräten betroffener Unternehmen besuchten am 17. und 18. Juli die 3. Automobilkonferenz der IG Metall Bayern in Bamberg. Im Fokus der Tagung standen die aktuelle Situation sowie die technischen und wirtschaftlichen Perspektiven der Hersteller und Zulieferer in der Branche.

Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am E-Mobil.

Vbm-Geschäftsführer Bertram Brossardt am Mikrofon.

Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, wie sich wirtschaftliche und technologische Aspekte auf die Beschäftigung auswirken werden. Spannende und inhaltsreiche Vorträge von der Entwicklung der globalen Märkte über die Auswirkungen der volatilen Weltwirtschaft bis hin zu den Zusammenhängen von Energiewende und Elektromobilität lieferten dazu zahlreiche Ansätze.

Wandel mit weitreichenden Konsequenzen

Vor allem der Blick auf den europäischen Markt stimmt nachdenklich, erklärte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler: "Die PKW-Zulassungszahlen in der EU sind im April zum siebten Mal in Folge zurückgegangen, im Mai 2012 fiel die Zahl der Neuzulassungen um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. [...] Die wirtschaftliche Situation in Europa ist weiterhin von großer Unsicherheit geprägt." Global sind neue Märkte in Asien und Amerika auf dem Vormarsch, das Wachstum verlagert sich auf die BRIC-Staaten. Hinzu kommen Herausforderungen bei der Umstellung auf alternative Antriebssysteme und der Erfüllung künftiger Anforderungen. Dabei sind Entschlüsse mit großer Tragweite zu fassen, was auch die Interessenvertretungen vor Herausforderungen stellt, denn, so Wechsler: "Die Konsequenzen für Fehlentscheidungen des Managements haben in der Regel die Belegschaften zu tragen."

Die IG Metall Bayern fordert in diesem Zusammenhang eine aktive Industriepolitik, die nicht nur die gezielte Förderung der regionalen Vernetzung von Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen enthalten muss, sondern auch regulierende Vorgaben für die Produktentwicklung (z.B. Effizienzkriterien) und Eingriffe in die Verkehrspolitik.

Hochkarätige Vorträge unter anderem zu Entwicklungen bei BMW und VW , dem Trend zu  neuen Märkten, der Rolle Chinas, neuen Strategien der Hersteller, der Elektromobilität aus der Sicht der Industrie und Prognosen zum Automobil- und Zuliefermarkt im Jahr 2020 lieferten umfangreiche Information. Weitere, nicht minder wichtige Themen waren am zweiten Tag der aktuelle Stand der nationalen Plattform Elektromobilität, des Regionalen Schaufensters Elektromobilität sowie der Initiative Elektromobilität in Bayern, Beschäftigung und Qualifizierung angesichts neuer Wertschöpfungsketten sowie das komplexe Verhältnis zwischen Herstellern, Zulieferern und Logistikzentren.

Elektromobilität: Hype oder Zukunft?

Unterdiesem Titel bildete eine lebhafte Podiumsdiskussion den Abschluss der Konferenz. Vertreter aus Politik, Verbänden und der Industrie waren sich dabei in einem Punkt einig: Die E-Mobilität wird voraussichtlich bis etwa zum Jahr 2020 erhebliche Bedeutung gewinnen. Dem heute hauptsächlich damit assoziierten Batterie-Auto sind in diesem Prozess jedoch technische Grenzen gesetzt - Alternativen wie beispielsweise die Brennstoffzelle werden daher zwangsläufig stärker in den Vordergrund rücken.

» drucken


Seit 1. Juli 2019 erreichen Sie uns hier:

IG Metall Bezirksleitung Bayern

Werinherstraße 79
Gebäude 32a, 3. Stock
81541 München

Mehr Wert mit Tarif