27.10.2021
Tarifabschluss: Mehr Geld und bessere Altersteilzeit für Beschäftigte in Holz- und Kunststoffindustrie

PM 61 | Azubis profitieren überproportional – Erst Warnstreiks haben Bewegung gebracht

Die IG Metall Bayern hat gestern Abend in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie einen Tarifabschluss erzielt. Die rund 10.000 Beschäftigten in Bayern erhalten eine Corona-Beihilfe und in zwei Stufen 4,9 Prozent mehr Geld. Zunächst steigen die Entgelte ab April 2022 um 2,7 Prozent, ab April 2023 dann um weitere 2,2 Prozent. Bereits zuvor bekommen die Beschäftigten spätestens im Februar 2022 eine Corona- Beihilfe von 535 Euro netto.

Die Auszubildenden können sich über eine überproportionale Erhöhung freuen: Die Azubi-Vergütungen steigen je nach Ausbildungsjahr in zwei Schritten zwischen 60 und 100 Euro. Hinzu kommt eine Corona- Beihilfe in Höhe von 200 Euro netto.

Auch bei der Altersteilzeit hat die IG Metall eine deutliche Verbesserung erreicht. Bis 2024 verdoppelt sich die Einzahlung der Arbeitgeber in den Demografiefonds auf 600 Euro pro Beschäftigten. Ab 2025 steigt der Demografiefonds tarifdynamisch entsprechend der Entgelterhöhungen. Aus diesem Fonds werden die Altersteilzeit und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz finanziert.

Michael Pfeiffer, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, sagt: "Erst mit unseren Warnstreiks haben wir die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber durchbrochen. Mit dem aufgestockten Demografiefonds können künftig mehr Beschäftigte in die dringend benötigte Altersteilzeit gehen. Mit dieser Entgelterhöhung profitieren die Beschäftigten angemessen von der guten wirtschaftlichen Lage der Branche. Die erhöhten Azubi-Vergütungen helfen den Unternehmen auch, attraktiver für junge Fachkräfte zu werden."

In der vergangenen Woche hatten die Beschäftigten der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Bayern den Druck auf die Arbeitgeber mit mehreren Warnstreiks erhöht. 1.100 Beschäftigte beteiligten sich an den Warnstreik-Aktionen bei Novem in Vorbach, Heyco in Tittling, Sanipa in Treuchtlingen, Jeld-Wen in Oettingen sowie Peri in Weißenhorn und Günzburg.

Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. November 2023. Die Tarifkommission der IG Metall hat heute dem Verhandlungsergebnis bereits zugestimmt.

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