22.10.2021
Beschäftigte erhöhen Druck in Tarifrunde für Holz- und Kunststoffindustrie

PM 60 | 1.100 Warnstreikende in sechs bayerischen Betrieben – IG Metall erwartet bei nächster Verhandlung am 26. Oktober „deutliche Bewegung auf der Arbeitgeberseite“

Mit mehreren Warnstreiks haben die Beschäftigten der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Bayern in dieser Woche den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöht. In sechs Betrieben aus Schwaben, Niederbayern, Mittelfranken und der Oberpfalz haben sich rund 1.100 Beschäftigte an den Warnstreik-Aktionen beteiligt: bei Novem in Vorbach, Heyco in Tittling, Sanipa in Treuchtlingen, Jeld-Wen in Oettingen sowie Peri in Weißenhorn und Günzburg.

Michael Pfeiffer, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, sagt: „Die Beschäftigten senden damit ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, dass wir es mit unseren Forderungen ernst meinen. Wir erwarten nun bei der zweiten Verhandlung am 26. Oktober eine deutliche Bewegung auf der Arbeitgeberseite.“

Die IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Geld für die rund 10.000 Beschäftigten und Auszubildenden in Bayern sowie eine verbesserte Altersteilzeit. Konkret fordert die IG Metall, den Demografie-Tarifvertrag wieder in Kraft zu setzen und eine Aufstockung des dort beinhalteten Demografiefonds um 450 Euro auf 750 Euro je Beschäftigten. Aus diesem Fonds werden die Altersteilzeit und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz finanziert.

Bei der ersten Tarifverhandlung am 5. Oktober hatten die Arbeitergeber lediglich ein Angebot vorgelegt, dass zu einem deutlichen Reallohnverlust für die Beschäftigten führen würde. Nach sechs Nullmonaten bieten sie nur 1,2 Prozent mehr Geld ab dem 1. März 2022 und 1,3 Prozent mehr Geld ab 1. März 2023 bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Verbesserungen bei der Altersteilzeit lehnen die Arbeitgeber bisher ab.

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