14.07.2021
IG Metall will bei Verschärfung der Klimaziele Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen

PM 51 | Horn: „Automobilindustrie ist nicht vom Dieselspezialisten zum Umweltaktivisten mutiert“ – IG Metall kämpft für zukunftsfähigen Umbau der Industrie – „Dafür brauchen wir ein großes gesellschaftliches Bündnis“

IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn. Foto: Bachmeier

Angesichts der Verschärfung der Klimaziele durch die EU-Kommission ruft die IG Metall Bayern dazu auf, die Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen. „Ein wesentliches Werkzeug für eine gute Zukunft ist gewerkschaftliche Mitbestimmung auf allen Ebenen. Denn wer sich nur auf Unternehmensentscheidungen verlässt, ist verlassen“, sagte Bezirksleiter Johann Horn heute in seiner Rede bei der digitalen Mobilitätskonferenz „Mobilität in Bewegung“ der IG Metall Bayern. „Die Automobilindustrie, allen voran die Marktführer, sind doch nicht vom Dieselspezialisten zum Umweltaktivisten mutiert. Es geht am Ende darum, Gewinne zu erzielen. Und das geht in der Branche nur mit hohen Stückzahlen oder hohen Preisen. Erst ab einer gewissen Grenze werden Gewinne gemacht. Darum geht es.“ Hier sei ein Umdenken nötig.

Anspruch der IG Metall sei es, dass beim Wandel niemand unter die Räder komme – weder die Beschäftigten noch das Klima. Mit Blick auf die jüngsten Verschärfungen der Klimaziele durch das Bundesverfassungsgericht und die EU-Kommission sagt Horn: „Ein Festhalten an klimaschädlichen Technologien wäre angesichts der beschriebenen Trends fatal für unsere Betriebe. Daher kämpfen wir für ihren zukunftsfähigen Umbau.“ Vor allem die Beschäftigten in der Zulieferindustrie sowie bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bräuchten dringend Zukunftsperspektiven und Qualifizierungskonzepte.

Horn betrachtet die Ausgangslage als Herausforderung, aber nicht als Bedrohung: „Mit dem gesellschaftlich geforderten Wandel der Industrie haben wir als IG Metall eine gewaltige Chance: Wir müssen und können Innovationen vorantreiben – bei den Produkten, aber auch bei den Produktionsmethoden. Wir wollen einen Wandel, aber sozial und ökologisch! Und dafür brauchen wir ein großes gesellschaftliches Bündnis.“

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