05.03.2021
34.000 Beschäftigte in erster Warnstreikwoche in Bayern dabei

PM 17 | Heute Autozulieferer im Fokus der IG Metall – Horn: „Viele Betriebe verdienen jetzt wieder Geld. Den Beschäftigten wollen sie aber 2021 nichts davon geben und verweigern ihnen eine Zukunftssicherung. Das lassen sich die Menschen nicht gefallen.“

In der ersten Warnstreikwoche in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie haben sich seit Dienstag bis heute Mittag 34.100 Beschäftigte aus 128 Betrieben an den Aktionen in Bayern beteiligt. Allein am heutigen Freitag waren bis Mittag 11.300 Metaller aus fast 50 Betrieben bei den Warnstreikaktionen dabei. Heute hat die IG Metall verstärkt die Autozulieferer in den Fokus genommen. An mehreren oberpfälzischen Grammer-Standorten waren bis zum Mittag über 700 Beschäftigte im Warnstreik, weitere Schichten folgen. Bei Bosch in Ansbach haben bis Mittag 960 Beschäftigte früher die Arbeit niedergelegt, die Spätschicht folgt noch. In Würzburg folgten bei Brose 600 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall. Bei ZF in Passau und Thyrnau gehen bis morgen früh alle Schichten in Warnstreiks.

Ein regionaler Schwerpunkt der Warnstreiks liegt heute in der Oberpfalz. Allein im Siemens Gerätewerk in Amberg beendeten bis heute Mittag 1.260 Beschäftigte ihre Arbeit früher. Auch hier folgen weitere Schichten.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte heute bei einer digitalen Streikkundgebung in Amberg: "Die Arbeitgeber glauben, Corona ist für sie eine gute Gelegenheit, Tarifstandards anzugreifen. Doch die Beschäftigten fordern zu Recht Zukunftsperspektiven und mehr Geld ein. Es geht hier auch um Wertschätzung, nicht zuletzt für die harte Arbeit unter schwierigsten Bedingungen in der Corona-Pandemie. Viele Betriebe in der Industrie verdienen jetzt wieder Geld. Den Beschäftigten wollen sie aber 2021 nichts davon geben und verweigern ihnen eine Zukunftssicherung. Das lassen sich die Menschen nicht gefallen. Das beweist die starke Warnstreikbeteiligung in dieser Woche. Und deshalb werden wir unsere Warnstreiks in der kommenden Woche fortsetzen."

Auch am Samstag und am kommenden Montag gibt es in Bayern einzelne Warnstreiks. "Ab Dienstag erhöhen wir dann wieder die Intensität", so Horn.

 

Auszug: Bisherige Warnstreikmeldungen für Freitag, 5. März 2021, in Bayern (Stand 14.00 Uhr):

Oberpfalz

·         Siemens Gerätewerk, in Amberg - 1.260 Beteiligte (weitere Schichten folgen)

·         Grammer, in Amberg, Ursensollen, Ebermannsdorf, Kümmersbruck - 700 Beteiligte (mehrere Schichten folgen)

·         Hamm, in Tirschenreuth - 700 Beteiligte

·         Siemens Healthcare, in Kemnath - 520 Beteiligte 

Unterfranken

·         Brose, in Würzburg - 600 Beteiligte

Schwaben

·         AGCO, in Markoberdorf; Deckel Maho, in Pfronten - zusammen über 1.000 Beteiligte (mehrere Schichten folgen)

Mittelfranken

·         Bosch, in Ansbach - 960 Beteiligte (Spätschicht folgt)

Oberbayern

·         BSH Hausgeräte, in Traunreut - 700 Beteiligte (weitere Schichten folgen)

 

Oberfranken

·         Kaeser, in Coburg - 640 Beteiligte

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gedruckt am 16.05.2021 / IG Metall Bayern online