17.11.2020
IG Metall Bayern fordert zur Beschäftigungssicherung Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich und vier Prozent Entgeltvolumen

PM 47 | Tarifkommission beschließt Forderung für Tarifrunde in Metall- und Elektroindustrie – Horn: "Mit einer betrieblichen Option zur vorübergehenden Absenkung der Arbeitszeit können wir das Arbeitsvolumen gerecht verteilen und so Arbeitsplätze erhalten."

Die Tarifkommission der IG Metall Bayern für die Metall- und Elektroindustrie hat heute ihre Forderung für die anstehende Tarifrunde beschlossen und stellt dabei die Beschäftigungssicherung in den Mittelpunkt. Konkret fordert die Tarifkommission Modelle der vorübergehenden Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich, um Beschäftigung zu sichern.

Zur Finanzierung der Beschäftigungssicherung und zur Stärkung der Einkommen fordert die Tarifkommission ein Entgeltvolumen von vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Damit soll auch ein Teillohnausgleich in Betrieben mit einer vorübergehenden Arbeitszeitabsenkung zur Beschäftigungssicherung finanziert werden.

Weiterhin fordert die Tarifkommission einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge. In diesen Zukunftstarifverträgen sollen zum Beispiel konkrete Investitions- und Produktperspektiven sowie Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung festgelegt und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Die IG Metall will die Zukunft gestalten, Beschäftigung sichern und die Entgelte stärken. Mit einer betrieblichen Option zur vorübergehenden Absenkung der Arbeitszeit können wir das Arbeitsvolumen gerecht verteilen und so Arbeitsplätze erhalten. Ein Teillohnausgleich ist dabei auch ein Gebot der Gerechtigkeit, denn die Beschäftigten haben durch Kurzarbeit schon große Einbußen erlitten und viel für die Bewältigung der Krise geleistet. Dann gibt es auch einige Betriebe, die unbehelligt durch die Krise gekommen sind oder sogar davon profitiert haben. Dort erwarten die Beschäftigten zu Recht mehr Geld. Mit unserer Forderung nach vier Prozent Volumen ermöglichen wir, der unterschiedlichen Lage in den Betrieben gerecht zu werden. Das Volumen kann für höhere Entgelte oder für einen Teillohnausgleich bei der vorübergehenden Absenkung der Arbeitszeit eingesetzt werden."

Die Höhe der Volumenforderung ergibt sich aus der Steigerung der Trendproduktivität um ca. ein Prozent und der Zielinflationsrate der EZB von bis zu zwei Prozent. Hinzu kommt, dass die Beschäftigten in 2020 keine Lohnerhöhung und somit keinen Inflationsausgleich erhalten haben.

Weiterhin fordert die IG Metall Bayern die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten. Für Dual Studierende strebt die IG Metall vergleichbare Regelungen an.

Auch in Bayern unterstützt die IG Metall die Bestrebungen in ostdeutschen Tarifbezirken nach Anpassungsschritten, um die weiter bestehende Schlechterstellung der dortigen Beschäftigten bei Arbeitszeit und Stundenentgelten endlich zu beseitigen.

Die erste Tarifverhandlung in Bayern findet Mitte Dezember statt. Die Friedenspflicht läuft bis Anfang März 2021.

« Nachrichtenübersicht
gedruckt am 28.11.2020 / IG Metall Bayern online