11.05.2020
Unternehmen sparen bei Kurzarbeitergeld und müssen im Gegenzug Beschäftigung sichern

PM 28 / Horn: „Wer meint, sich in dieser Krise Dividenden und Vorstandsboni erlauben zu können, der ist verpflichtet, alle Beschäftigten an Bord zu behalten.“

Die IG Metall fordert die bayerischen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie auf, mit dem durch staatliche Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld eingesparten Geld Beschäftigung und Ausbildungsplätze zu sichern. „Die Unternehmen müssen in der Corona-Krise ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Sie werden alle vom Staat unterstützt. Wir erwarten, dass sie im Gegenzug Beschäftigung sichern und Ausbildungsplätze schaffen“, sagt Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Die Bundesregierung hat jüngst beschlossen, das staatliche Kurzarbeitergeld von 60 Prozent (67 Prozent für Eltern) ab dem vierten Monat auf 70 Prozent (77 Prozent für Eltern) und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent für Eltern) zu erhöhen. Dadurch sparen jene Betriebe Geld, mit denen die IG Metall bereits betriebliche Aufzahlungen aufs Kurzarbeitergeld vereinbart hatte. Das ist rund die Hälfte der Betriebe der Metall- und Elektroindustrie.

Darunter sind auch einige Unternehmen, die ihren Aktionären Dividenden und ihren Vorständen Boni zahlen. „Wer meint, sich in dieser Krise Dividenden und Vorstandsboni erlauben zu können, der ist verpflichtet, alle Beschäftigten an Bord zu behalten“, stellt Horn klar.

Zudem ruft die IG Metall die Unternehmen, bei denen jetzt der Staat die Aufzahlungen aufs Kurzarbeitergeld übernimmt, dazu auf, ihre Beschäftigten in besonderen Notlagen zu unterstützen. Dazu gehören etwa Eltern, die zurzeit wegen der geschlossenen Schulen und Kitas nicht arbeiten können. „Wir haben im Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie einen betrieblichen Solidartopf mit 350 Euro pro Beschäftigtem vereinbart. Wo dieses Geld nicht für Aufzahlungen aufs Kurzarbeitergeld verwendet wird, gehen wir davon aus, dass die Unternehmen Notlagen ihrer Beschäftigten abfedern“, so Horn.

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gedruckt am 09.08.2020 / IG Metall Bayern online