28.04.2020
IG Metall-Umfrage: Fast alle bayerischen Betriebe halten an Zahl der Ausbildungsplätze fest

Horn: "Die Jugend verdient weiterhin eine Chance auf gute Ausbildung." – Kurzarbeit nimmt weiter zu und soll oft lange dauern – Horn: 2Das bringt viele Beschäftigte in finanzielle Bedrängnis."

Fast alle bayerischen Betriebe in den Branchen der IG Metall halten in der Corona-Krise bisher an der Zahl ihrer Ausbildungsplätze fest. Nur zwei Prozent der Betriebe planen momentan, Ausbildungsplätze abzubauen. Das ist ein erfreuliches Ergebnis einer aktuellen IG Metall-Umfrage unter den Betriebsräten von rund 900 Betrieben. Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Die Jugend verdient weiterhin eine Chance auf gute Ausbildung. Betriebe, die jetzt unvermindert ausbilden, investieren in ihre eigene Zukunft. Ich appelliere an alle Betriebe, in der Corona-Krise auch langfristig am Umfang ihrer Ausbildung festzuhalten."

Weiterhin ergibt die Betriebsräte-Umfrage, dass immer mehr bayerische Betriebe in den Branchen der IG Metall Kurzarbeit anmelden. Demnach haben 78 Prozent der Betriebe zumindest für einen Teil ihrer Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet, vor Ostern waren es noch 75 Prozent. Die Mehrzahl der Betriebe (54 Prozent) rechnet mit einer Dauer der Kurzarbeit von sechs Monaten oder länger. In der Hälfte der Betriebe (52 Prozent) gibt es vom Unternehmen für die Beschäftigten tarifliche oder betriebliche Aufzahlungen aufs Kurzarbeitergeld.

Horn sagt dazu: "Vor allem die häufig sehr lange Dauer der Kurzarbeit wird viele Beschäftigte in finanzielle Bedrängnis bringen. Die vergangene Woche nicht zuletzt auf Drängen der IG Metall von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ab dem vierten Monat wird die Sorgen der Beschäftigten etwas abfedern können. Besser wäre, wenn der bayerische Metallarbeitgeberverband bereit wäre, mit uns tarifliche Aufzahlungen für die gesamte Branche zu vereinbaren, um die Einkommen der Beschäftigten abzusichern und den privaten Konsum zu stützen."

Laut der Umfrage befinden sich sieben Prozent der Betriebe in Liquiditätsengpässen und weitere zwölf Prozent rechnen damit in den kommenden Wochen. Das ist etwas besser als im Bundesdurchschnitt (neun bzw. 15 Prozent). Die Lieferketten sind in 31 Prozent der bayerischen Betriebe gestört und in 34 Prozent gefährdet. Die Auftragslage ist in 27 Prozent der Betriebe gleich oder besser als vor der Corona-Krise. In 21 Prozent der Betriebe ist die Auftragslage abgebrochen, in 52 Prozent befindet sie sich auf Krisenniveau.

Horn: "Die staatlichen Liquiditätshilfen für Unternehmen sind wichtig. Jetzt müssen konjunkturelle Impulse folgen, die die Nachfrage ankurbeln sowie den ökologischen und sozialen Umbau der Industrie unterstützen."

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