20.03.2020
IG Metall will Pilotabschluss für mehr Sicherheit in der Corona-Krise für Bayern übernehmen

PM 13 / Horn: "Jetzt muss sich die Tarifpartnerschaft auch in Bayern bewähren."

Die IG Metall Bayern begrüßt den Pilotabschluss von IG Metall und Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie und will ihn nun für Bayern übernehmen. Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Dieses Tarifergebnis gibt den Beschäftigten in der Corona-Krise mehr Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und ihr Entgelt und schafft zusätzliche Möglichkeiten für die Kinderbetreuung. Wir werden jetzt unmittelbar Gespräche mit dem bayerischen Arbeitgeberverband vbm zur Überleitung des Ergebnisses aufnehmen. In der Corona-Krise muss sich auch in Bayern die Tarifpartnerschaft bewähren, um den Beschäftigten mehr Sicherheit zu geben."

In NRW haben die Tarifparteien Regelungen gefunden, die Arbeitsplätze sichern, finanzielle Einbußen bei Kurzarbeit minimieren und Möglichkeiten bieten, sich besser um Kinderbetreuung kümmern zu können.

Der Tarifvertrag "Zukunft in Arbeit" hat in der Krise 2009/2010 dafür gesorgt, dass es keine Entlassungen gegeben hat. Er wird in NRW reaktiviert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Um die Einführung von Kurzarbeit zu erleichtern, können in der Laufzeit des Tarifvertrages Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezwölftelt und dem monatlichen Einkommen hinzugerechnet werden. Dadurch erhöht sich das monatliche Kurzarbeitergeld. Dafür erhalten die Beschäftigten einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Der Tarifvertrag tritt in NRW sofort in Kraft und kann frühestens zum 31.12. 2020 gekündigt werden.

Ein "Solidartarifvertrag 2020" ergänzt die Regelungen des Tarifvertrages "Zukunft in Arbeit 2020" unter anderem um folgende Punkte:

-       Zur Verminderung sozialer Härten insbesondere bei Kurzarbeit wird in jedem Betrieb ein Solidartopf eingerichtet. Der Betrag, der in diesen Topf eingezahlt wird, errechnet sich aus der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb multipliziert mit 350 Euro. Die konkreten Aufzahlungsmodalitäten werden in einer Betriebs­vereinbarung geregelt. Nicht verwendete Mittel des Solidartopfes werden an die zum Stichtag 1. Dezember 2020 im Betrieb Beschäftigten zu gleichen Teilen ausgezahlt.

-       Bei Kinderbetreuungsengpässen im Zuge der Schul- und Kitaschließungen wird die Möglichkeit, 8 freie Tage statt des tariflichen Zusatzgeldes zu nehmen, auf Eltern von Kindern bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres erweitert (bisher bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres).

-       Zusätzlich erhalten Beschäftigte im Jahr 2020 für die Betreuung von Kindern mindestens fünf freie Tage ohne Anrechnung auf den Urlaub unter Weiterzahlung des Entgeltes.  

Alle Regelungen des "Solidartarifvertrags 2020" treten sofort in Kraft. Der Vertrag kann zum 31.12.2020 gekündigt werden.

Horn: "In der Corona-Krise bekommen die Werte Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt besondere Bedeutung. Ich rufe den vbm auf, diese Werte auch in Bayern zu leben und den Beschäftigten den Schutz dieses Tarifergebnisses zu gewähren."

Die Tarifgespräche über ein Zukunftspaket für die Sicherheit der Beschäftigten im industriellen Wandel will die IG Metall Bayern nach Abklingen der Corona-Pandemie wieder aufnehmen.

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