03.03.2020
IG Metall erreicht Tarifabschluss für Textile Dienste: Mehr Geld und Angleichung Arbeitszeit in Ost und West

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband intex haben in der dritten Tarifverhandlung für die Textilen Dienste ein Verhandlungsergebnis erzielt und dabei das Streitthema Arbeitszeit geklärt.

Ein Stufenplan regelt, dass ab dem 1. Januar 2023 in Ost- und Westdeutschland einheitlich die 37-Stunden-Woche gilt. Bisher arbeiten die Beschäftigten 38 Stunden, wobei sie nur 37 Stunden bezahlt bekommen. Zudem erhalten die Beschäftigten in zwei Stufen ab März dieses Jahres 2,5 Prozent mehr Geld und ab August 2021 weitere zwei Prozent mehr Geld – mindestens aber 100 Euro im Westen und 120 Euro im Osten. Zudem wird die Altersteilzeit zu verbesserten Konditionen fortgeführt: Der Aufzahlungsbetrag erhöht sich ab März 2020 für neu abgeschlossene Verträge um 25 Euro.

Die IG Metall hat außerdem erreicht, dass die Auszubildenden in West und Ost künftig Ausbildungsvergütungen in gleicher Höhe erhalten – und zwar oberhalb des heutigen Westniveaus. Im Westen bedeutet das in der ersten Stufe eine Erhöhung um bis zu 43 Euro, im Osten um rund 100 Euro in allen Ausbildungsjahren. In der zweiten Stufe steigen die Ausbildungsvergütungen noch einmal um 50 Euro in allen Ausbildungsjahren.

Carsten Kuttnik, Mitglied der Verhandlungskommission für die IG Metall Bayern, sagt: „Wir haben eine sehr solide Entgelterhöhung erreicht. Die unteren Entgeltgruppen profitieren dabei überproportional. Die Angleichung bei der Arbeitszeit ist historisch: Die Branche kehrt nach über einem Jahrzehnt in West und Ost wieder zur 37-Stunden-Woche zurück.“

In den tarifgebunden Betrieben der Textilen Dienstleistungen arbeiten bundesweit rund 23.000 Beschäftigte. Sie reinigen beispielsweise Berufskleidung für die Industrie und Wäsche für Krankenhäuser.

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