05.02.2020
SDK bricht Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und will Produktionsstandort Meitingen schließen

PM 4 / Horn: "Solch ein unanständiges und verantwortungsloses Vorgehen akzeptieren wir nicht." – Arbeitgeberverband muss Vertragsbruch entgegenwirken

Das Unternehmen Showa Denko (SDK) hat am gestrigen Dienstag bekannt gegeben, den Produktionsstandort Meitingen in Schwaben mit 140 Beschäftigten komplett zu schließen. Damit bricht das Unternehmen einen bis 2022 laufenden Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Standortsicherung. Diesen Ergänzungstarifvertrag hatten 2018 die IG Metall und der Arbeitgeberverband vbm für SDK abgeschlossen. SDK ist vbm-Mitglied und unterliegt der Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Solch ein unanständiges und verantwortungsloses Vorgehen akzeptieren wir nicht. Statt gemeinsam mit IG Metall und Betriebsrat Lösungen zu suchen, macht SDK einfach den Standort dicht. Mit diesem Beispiel stellt sich die Frage, ob die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie überhaupt dazu bereit sind, sozialpartnerschaftliche Lösungen zur Gestaltung des industriellen Wandels zu finden. Ich erwarte vom Arbeitgeberverband vbm, bei seinem Mitgliedsunternehmen diesem Vertragsbruch entgegenzuwirken."

In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie knüpft die IG Metall ihr Angebot von vorgezogenen Verhandlungen für ein Zukunftspaket daran, dass die Arbeitgeberverbände auf ihre Mitgliedsunternehmen einwirken, um während der Verhandlungen einseitige Ankündigungen zu Personalabbau, Ausgliederungen, Produktverlagerungen oder Standortschließungen zu verhindern.

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gedruckt am 29.11.2020 / IG Metall Bayern online