07.11.2019
Betriebsrat erreicht Beschäftigungssicherung bis 2026 bei Bosch Bamberg

PM 37 / Investitionen in Zukunftsprodukte und Reduzierung der Arbeitszeit – Horn: "Unternehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften können im industriellen Wandel gemeinsam Beschäftigung sichern und Standorte weiterentwickeln."

Der Betriebsrat des Bosch-Werkes in Bamberg hat mit dem Unternehmen eine langfristige Beschäftigungssicherung bis 2026 vereinbart. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung schreibt fest, dass betriebsbedingte Kündigungen bis März 2026 ausgeschlossen sind.

Gleichzeitig sagt das Unternehmen zu, am Standort Bamberg in Zukunftsprodukte zu investieren: nämlich in die industrielle Fertigung von stationären und mobilen Brennstoffzellen. Vereinbart ist auch, dass Bosch in Bamberg weiterhin ausbildet und die Auszubildenden unbefristet übernimmt. 

Im Gegenzug stimmt der Betriebsrat einer Arbeitszeitverkürzung der Beschäftigten zu. Von April 2020 bis März 2026 arbeiten Beschäftigte mit einer 35-Stunden-Woche drei Stunden weniger, Beschäftigte mit einer 40-Stunden-Woche vier Stunden weniger. Das Entgelt wird entsprechend reduziert. Damit leisten die Beschäftigten den entscheidenden Beitrag zu dieser innovativen Vereinbarung.

Die IG Metall begrüßt diese auf das Bosch-Werk in Bamberg zugeschnittene Vereinbarung. Der bayerische Bezirksleiter Johann Horn sagt: "Diese Vereinbarung zeigt, dass Unternehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften im industriellen Wandel gemeinsam Beschäftigung sichern und Standorte weiterentwickeln können. Das ist gelebte Mitbestimmung, von der alle profitieren. Die Beschäftigten bringen ein großes Opfer, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Damit hat Bosch nun die Verpflichtung und die Arbeitnehmer haben den Anspruch auf weitere intensive Gespräche, um den Standort zukunftssicher zu machen."

Matthias Gebhardt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg, betont die Bedeutung dieser Vereinbarung für die gesamte Region: "Vom Bosch-Werk Bamberg mit seinen 7.200 Beschäftigten hängen auch etliche Zulieferer ab. Für die Kaufkraft und den regionalen Wirtschaftskreislauf ist der Standort enorm wichtig. Ausschlaggebend für diese Lösung war die Initiative des Betriebsrats und der IG Metall. Und erst die Solidarität der Belegschaft hat konzernintern und öffentlich dazu geführt, dass überhaupt konstruktive Verhandlungen aufgenommen worden sind."  

Der Betriebsratsvorsitzende von Bosch Bamberg, Mario Gutmann, sagt: "Mit dieser Vereinbarung gewinnen wir die nötige Zeit, um gemeinsam mit den Beschäftigten den technologischen Wandel aktiv zu gestalten. Mit der mobilen und stationären Brennstoffzelle bekommen wir Zukunftstechnologien, wie wir sie eingefordert haben. Und wir werden den Verbrennungsmotor weiterentwickeln, denn auch die Mobilität der Zukunft kommt ohne den modernen Verbrenner nicht aus."

Der Bamberger Bosch-Standort ist von der Mobilitätswende vom Verbrennungsmotor in Richtung alternative Antriebe besonders stark betroffen. Die 7.300 Beschäftigten produzieren dort bisher fast ausschließlich Teile für den Diesel- und Verbrennungsmotor.

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gedruckt am 14.11.2019 / IG Metall Bayern online