24.10.2019
IG Metall kritisiert Linde für weiteren Stellenabbau

Unternehmen will nach Fusion weitere 850 Stellen in Deutschland streichen und Zentrale in München schließen – Horn: "Linde braucht eine Kultur der Nachhaltigkeit – und keinen weiteren Personalabbau."

Die Befürchtungen der IG Metall zur Fusion von Linde mit dem US-amerikanischen Konzern Praxair bestätigen sich jetzt. Die fusionierte Linde realisiert nun die angekündigten Synergieeffekte in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar im großen Stil durch Personalabbau, anders als im Fusionsprozess noch angekündigt. Allein in Deutschland will das Unternehmen weitere 850 Stellen bis Ende 2021 abbauen. In den Vorjahren sind durch das Personalabbauprogramm Lift bereits fast 1.000 Stellen gestrichen worden. Damit ist Deutschland vom Stellenabbau besonders betroffen.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: "Diese Fusion, die eigentlich eine Übernahme von Linde ist, ist nur für die Aktionäre eine Erfolgsgeschichte. Die Zeche dafür zahlen die Linde-Beschäftigten. Wir fordern das Unternehmen auf, vom zusätzlichen Stellenabbau Abstand zu nehmen. Linde braucht eine Kultur der Nachhaltigkeit - und keinen weiteren Personalabbau."

Noch im Dezember will das Unternehmen die ehemalige Linde-Zentrale in München schließen. Die restlichen 215 von ehemals 350 Beschäftigten sollen nach Pullach verlegt werden. "Damit verliert Linde in München sein Gesicht", stellt Horn fest.

Nach wie vor gräbt der kulturelle Unterschied zwischen den fusionierten Unternehmen Linde und Praxair tiefe Furchen. Das gilt auch für das Thema Mitbestimmung der Beschäftigten. Die angekündigte Integration beider Unternehmen hat bisher nicht funktioniert.

« Nachrichtenübersicht
gedruckt am 14.11.2019 / IG Metall Bayern online