21.10.2019
IG Metall: ams setzt den Versuch einer feindlichen Übernahme von Osram fort

PM 34 / Die IG Metall sieht in der Ankündigung von ams eines erneuten Anlaufes zur Übernahme von Osram einen erneuten Versuch einer feindlichen Übernahme und bekräftigt ihre Forderung nach Wahrung der Arbeitnehmerinteressen.

"Mit dem angekündigten neuen Angebot zur Übernahme von Osram setzt ams das Pokerspiel um die Zukunft von Osram am Kapitalmarkt fort und nutzt dabei ein Schlupfloch im Wertpapierübernahmegesetz. Das schadet Osram und seinen 26.000 Beschäftigten", erklärt Klaus Abel, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Osram.

Abel weiter: "Die Gründe unserer klaren Ablehnung einer Übernahme durch ams sind nach wie vor gültig. Die ohnehin unannehmbar hohen finanziellen Risiken werden durch die neue Vorgehensweise sogar noch weiter erhöht. Es ist aus Sicht der IG Metall absolut unverantwortlich, wie hier mit der Zukunft von Osram und deren Beschäftigten gezockt wird. Es entsteht der Eindruck, dass sich ams total verrannt hat und dadurch bereit ist, unkalkulierbare Risiken einzugehen, die letztlich auch zu Lasten von ams und deren Beschäftigten gehen. Das aus unserer Sicht insgesamt sehr unprofessionelle Vorgehen unterstreicht unsere Skepsis im Hinblick auf die Fähigkeit des ams-Managements, ein so großes Unternehmen wie Osram erfolgreich zu integrieren. Einer Übernahme in dieser Art und Weise wird sich die IG Metall weiterhin widersetzen."

Die Vorgehensweise von ams war erneut in keiner Weise mit den Arbeitnehmern und ihren Vertretern bei Osram abgestimmt. Dieses feindliche Vorgehen lässt sich in keiner Weise mit unseren in Deutschland sehr erfolgreich gepflegten Vorstellungen zur Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft in Einklang bringen.

Die IG Metall verlangt unverändert von ams - wie in vergleichbaren Fällen von industriellen Übernahmen - eine rechtssichere Vereinbarung zum Erhalt der Tarifbindung, der betrieblichen und paritätischen Mitbestimmung und zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Osram benötigt im Transformationsprozess eine nachhaltige Strategie zur Weiterentwicklung und zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. 

Das Wertpapierübernahmegesetz sieht aus Gründen des Schutzes der Zielgesellschaft vor, dass nach einer Ablehnung einer Übernahme eine einjährige Sperrfrist für ein neues Übernahmeangebot gilt. Das dient dem Schutz der Zielgesellschaft und seiner Beschäftigten. ams hat nun eine neue 100-prozentige Bietergesellschaft gegründet und kündigt zwei Wochen nach dem ersten gescheiterten Angebot über diese Zweckgesellschaft ein neues Angebot an. Mit dieser Trickserei versucht ams, die gesetzlichen Schutzbestimmungen zu umgehen. Zugleich kündigt ams an, die Mindestannahmeschwelle noch einmal auf 55 Prozent abzusenken. Beim ersten gescheiterten Übernahmeangebot hatte ams seine Mindestannahmeschwelle bereits auf 62,5 Prozent gesenkt und trotzdem nur 51,6 Prozent der Aktien in Besitz und angedient bekommen.

Wenn weitere Details des Angebots vorliegen, wird die IG Metall sich dazu erneut äußern.

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gedruckt am 14.11.2019 / IG Metall Bayern online