28.08.2019
Horn zu Kennametal: "Wir widersetzen uns der Demontage!"

PM 29 / Rauswurf trotz Rekord-Rendite / Beschäftigte demonstrieren vor Kennametal-Deutschlandzentrale in Fürth

Unter dem Motto "Rauswurf trotz Rekord-Rendite - wir wehren uns!" haben heute über 400 Beschäftigte vor der Kennametal-Deutschlandzentrale in Fürth demonstriert. Die IG Metall kündigte an, sich mit allen Mitteln der angekündigten Schließung und der Demontage profitabler Standorte zu widersetzen.

Der Werkzeughersteller Kennametal mit Sitz in Pittsburgh hatte nach einem Rekord-Ergebnis von 18 % (EBIT) im Jahr einen umfangreichen Personalabbau von 20 Prozent der 2900 Stellen in Deutschland angekündigt. Erklärtes Ziel ist, noch höhere Rendite zu erwirtschaften. Dazu will Kennametal Teile seiner Produktion in die USA sowie nach China verlagern.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit erst für die großen Gewinne bei Kennametal gesorgt haben. Wer meint, gute Arbeit weltweit einfach verschieben zu können, irrt. Wir wollen dafür sorgen, dass sich dieser Raubtierkapitalismus die Zähne ausbeißt!"

Der US-Konzern stehe dem IG Metall-Bezirksleiter zufolge in der Pflicht, in Deutschland mit tragfähigen Konzepten und Zukunftstechnologien Beschäftigung zu sichern. Betriebsrat und IG Metall haben erste Versuche, Werkzeuge und Maschinen Richtung China abzutransportieren, bereits verhindert. "Wir sind entschlossen, uns einer Demontage bei Kennametal zu widersetzen. Und wir sind gleichsam bereit zu produktiven Gesprächen mit der Konzernführung", kündigte Horn an.

Von der Schließung ihrer Standorte akut bedroht sind alle Kennametal-Beschäftigten in Essen (NRW), Lichtenau (Bayern) und Neunkirchen (Saarland). Darüber hinaus unterhält Kennametal Standorte in Ebermannstadt (Bayern), Fürth (Bayern), Königsee (Thüringen), Mistelgau (Bayern), Nabburg (Bayern), Schongau (Bayern) und Vohenstrauß (Bayern).

Die Kundgebung in Fürth fand im Vorfeld einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung statt. Dazu reisten Vertreter von Kennametal-Werken aus ganz Deutschland an.

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