07.06.2019
Kathrein: IG Metall-Mitglieder stimmen für Tarifvertrag und bereiten damit Weg zur Sicherung der Arbeitsplätze

PM 20 / Beschäftigte verzichten noch einmal auf Urlaubsgeld und ermöglichen so den Verkauf an Ericsson sowie die erfolgreiche Alleinstellung von Sat und Broadcast – Horn: "Große Verpflichtung für andere Beteiligte, nun ihre Beiträge zu leisten"

Die Mitglieder der IG Metall im Rosenheimer Unternehmen Kathrein haben mit überwältigender Mehrheit für einen Tarifvertrag abgestimmt, mit dem sie einen wichtigen Beitrag zum geplanten Verkauf der Mobilfunkantennen-Sparte an Ericsson und damit zugleich für die Zukunft des Unternehmens leisten. Auch den Weg zu einer erfolgreichen Alleinstellung der Bereiche Sat und Broadcast haben sie damit bereitet.

Die Beschäftigten verzichten mit dem Tarifvertrag für das Jahr 2019 noch einmal auf ihr Urlaubsgeld, um ihre Arbeitsplätze zu retten. Dieser finanzielle Verzicht ist eine Voraussetzung dafür, dass Ericsson die Mobilfunkantennen-Sparte von Kathrein tatsächlich Ende August übernimmt.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Die Beschäftigten bringen nach zahlreichen Managementfehlern in den vergangenen Jahren wieder ein großes finanzielles Opfer, um dem Standort Rosenheim eine Zukunft zu geben. Das ist jetzt für alle anderen Beteiligten auf Arbeitgeberseite und darüber hinaus eine große Verpflichtung, nun auch ihre Beiträge zu leisten, damit der Verkauf an Ericsson zustande kommt. Ericsson ist in der Pflicht, seine Zusagen an die Arbeitnehmer in Sachen Tarifbindung einzuhalten.“

Zugleich machen die IG Metall und ihre Mitglieder mit diesem Tarifvertrag klar, dass der freiwillige Verzicht auf Lohn Grenzen hat. So ist festgeschrieben, dass die Beschäftigten 2019 Weihnachtsgeld erhalten. Außerdem bekommen alle in 2019 acht zusätzliche bezahlte freie Tage, abgeleitet aus der Wahloption Zeit oder Geld aus dem Flächentarifvertrag. IG Metall-Mitglieder erhalten darüber hinaus den Zusatzbetrag von 400 Euro aus dem Flächentarifvertrag.

Jochen Hafner, Geschäftsführer der IG Metall Rosenheim, sagt: „Die Beschäftigten und die IG Metall haben alles getan, was sie tun können. Jetzt kann es nur noch an den Unternehmen scheitern. Die IG Metall wird sich auch in Zukunft mit aller Kraft für eine Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen am Standort Rosenheim einsetzen und die Neugründung von Betriebsräten bei Sat und Broadcast unterstützen. Die Abstimmung hat gezeigt, dass die Mitarbeiter an die Zukunft und die Arbeitsplätze in Rosenheim mit Ericsson glauben und diesen Weg gehen wollen."

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gedruckt am 22.08.2019 / IG Metall Bayern online