04.06.2019
Heute erstmals überhaupt Warnstreiks in der Bleistiftindustrie

PM 18 / Horn: Starkes Signal an Arbeitgeber, die Beschäftigten guten Tarifvertrag verweigern wollen – IG Metall kämpft für mehr Wertschätzung für untere Lohngruppen

Warnstreik bei Stabilo in Weißenburg (Foto: IG Metall)

Die Beschäftigten der Bleistiftindustrie treten heute zum ersten Mal überhaupt in Warnstreiks. In allen fünf Betrieben der Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie ruft die IG Metall die Beschäftigten auf, zeitweise die Arbeit niederzulegen. Der Schwerpunkt liegt in der Metropolregion Nürnberg. "Die Beschäftigten sind bereit, für einen guten Tarifvertrag zu kämpfen. Das ist ein starkes Signal an Arbeitgeber, die ihnen das verweigern wollen", sagt Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auch die Auszubildenden sollen überproportional von den Lohnerhöhungen profitieren. Die Arbeitgeber lehnen eine überproportionale Lohnerhöhung für die unteren Lohngruppen jedoch ab. Sie bieten lediglich 1,8 Prozent und in einer zweiten Stufe 1,6 Prozent mehr Geld für 24 Monate.

Carsten Kuttnik, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, sagt dazu: "Dieses Angebot in Höhe der Preissteigerung ist eine Unverschämtheit. Und gerade die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen haben mehr Wertschätzung verdient. Das muss auch in der Lohntüte sichtbar werden."

Zur Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie gehören die Stiftehersteller Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra mit zusammen rund 3.400 Beschäftigten. Schwan Stabilo hat zwei Standorte in Heroldsberg und Weißenburg mit ca. 2.200 Beschäftigten. Faber Castell hat zwei Standorte in Stein und Geroldsgrün mit rund 1.100 Beschäftigten. Lyra hat einen Standort in Nürnberg mit knapp 100 Beschäftigten. An allen Standorten finden heute Warnstreiks statt.

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