22.05.2019
IG Metall fordert für Beschäftigte in Bleistiftindustrie 5 Prozent mehr Geld

PM 14 / Johann Horn: "Mehr Wertschätzung für Beschäftigte in unteren Lohngruppen" – Arbeitgeber blocken ab

"Sie reden über deinen Vertrag!" Beschäftigte bei Faber Castell in Stein verteilten zur Tarifverhandlung Postkarten

Weit auseinander bei der 1. Tarifverhandlung: Arbeitgeber (links) und IG Metall

Setzen sich für eine überproportionale Entgelterhöhung für Auszubildende ein: junge Beschäftigte von Faber Castell in Geroldsgrün

Aktion am Morgen am Werkstor: Kolleginnen und Kollegen bei Schwan Stabilo in Erlangen

Die erste Verhandlung über einen neuen Tarifvertrag für die deutsche Bleistiftindustrie ist heute in Nürnberg ohne Ergebnis beendet worden. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auch die Auszubildenden sollen überproportional von den Lohnerhöhungen profitieren. Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt dazu: "Die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen haben mehr Wertschätzung verdient. Das muss auch in der Lohntüte sichtbar werden."

Die Arbeitgeber lehnen eine überproportionale Lohnerhöhung für die unteren Lohngruppen jedoch ab. Sie bieten lediglich 1,8 Prozent und in einer zweiten Stufe 1,6 Prozent mehr Geld für 24 Monate. Carsten Kuttnik, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, kommentiert: "Eine kurze Laufzeit mit einer fairen Beteiligung der Beschäftigten an den guten Geschäften wäre jetzt die passgenaue Antwort auf die wirtschaftliche Entwicklung. Aber ein Angebot etwa in Höhe der Preissteigerung werden sich die Beschäftigten nicht bieten lassen."

Die nächste Tarifverhandlung findet am 2. Juli in Nürnberg statt. Warnstreiks sind ab 1. Juni möglich.

Zur Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie gehören die Stiftehersteller Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra mit zusammen rund 3.400 Beschäftigten. Der Schwerpunkt liegt in der Metropolregion Nürnberg. Schwan Stabilo hat zwei Standorte in Heroldsberg und Weißenburg mit ca. 2.200 Beschäftigten. Faber Castell hat zwei Standorte in Stein und Geroldsgrün mit rund 1.100 Beschäftigten. Lyra hat einen Standort in Nürnberg mit knapp 100 Beschäftigten.

zum Download:
SZI_Flugblatt_Auftakt_final_Ansicht.pdf
« Nachrichtenübersicht
gedruckt am 20.07.2019 / IG Metall Bayern online