04.04.2019
Bosch-Beschäftigte in Bamberg demonstrieren für sichere Arbeitsplätze und Klimaschutz

PM 8 / IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn: „Wir erwarten, dass Bosch gemeinsam mit der IG Metall und den Beschäftigten ein Zukunftskonzept für Bamberg entwickelt.“

Mit verschiedenfarbigen Jacken demonstrierten die Bosch-Beschäftigten, was ein Abschied vom Diesel für sie bedeutet

Die Bosch-Beschäftigten in Bamberg haben ein Zeichen für einen sozialen und ökologischen Wandel der Autoindustrie gesetzt. Am Rande einer Betriebsversammlung demonstrierten am heutigen Donnerstag rund 3.000 Beschäftigte für sichere Arbeitsplätze im ökologischen Wandel. Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, rief den Beschäftigten zu: "Klimaschutz und sichere Arbeitsplätze gehören zusammen. Die Unternehmen und die Politik müssen dafür sorgen, dass die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen."

Direkt an die Adresse der Bosch-Unternehmensführung sagte Horn: "Der Bamberger Bosch-Standort hat 80 Jahre Tradition. Die Konzernspitze ist in der Pflicht, diesem geschichtsträchtigen Standort und seinen Beschäftigten Perspektiven zu geben - mit Investitionen in Zukunftsprodukte und Beschäftigungssicherung. Wir erwarten, dass Bosch gemeinsam mit der IG Metall und den Beschäftigten ein Zukunftskonzept für Bamberg entwickelt."

Für Bosch und die gesamte Branche fordert die IG Metall massive Investitionen in neue Produkte und Arbeitsplätze. So soll die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität in Deutschland produziert werden. Die Politik muss die Unternehmen dafür in die Pflicht nehmen und finanzielle Unterstützung für Weiterbildung und Investitionen bereitstellen. Für besonders stark vom Wandel betroffene Regionen regt die IG Metall Strukturhilfen an.

Horn stellt klar: "Wir wollen weiterhin die modernste Autoindustrie der Welt haben, die die umweltfreundlichen Autos der Zukunft baut - das kann ein sauberer Diesel, ein Elektro- oder Wasserstoffauto sein. Wer das Ökologische und das Soziale gegeneinander ausspielt, der verschärft die Spaltung im Land. Der Schlüssel zu einem gelingenden Wandel ist, beides zusammenzubringen: eine saubere Umwelt und Sicherheit für die Beschäftigten."

Mario Gutmann, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Bamberg, sagt: "Zu einem sozialen und ökologischen Wandel gehört auch der saubere Diesel. Solange ein Großteil des Stroms für E-Autos aus Kohle und Atomkraft gewonnen wird, ist der saubere Diesel die bessere Option für Klima und Umwelt."

Der Bamberger Bosch-Standort ist von der Mobilitätswende vom Verbrennungsmotor in Richtung E-Mobilität besonders stark betroffen. Die 7.300 Beschäftigten produzieren dort fast ausschließlich Teile für den Diesel- und Verbrennungsmotor.

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