21.12.2018
Verschärfte CO2-Grenzwerte sind politischer Blindflug

PM 65 / IG Metall Bayern will Beschäftigung und Umweltschutz vereinbaren – Bezirksleiter Johann Horn: "Auch die Beschäftigten in der Autoindustrie wollen saubere Luft atmen. Aber sie wollen auch in Zukunft noch Arbeit haben."

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Die IG Metall Bayern kritisiert die von der EU verschärften CO2-Grenzwerte und fordert die Politik auf, beim Wandel der Autoindustrie die Interessen der Beschäftigten und des Umweltschutzes gleichermaßen zu berücksichtigen. „Mit überambitionierten Grenzwerten gefährdet die Politik Zehntausende Arbeitsplätze allein in Bayern. Solche Einzelmaßnahmen ohne eine Gesamtstrategie zu beschließen, ist ein politischer Blindflug“, sagt Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. „Beim Übergang in eine Zukunft ohne Verbrennungsmotor brauchen wir auch den sauberen Diesel. Solche Grenzwert-Fantastereien gestalten aber keinen Übergang, sondern führen zu einem Absturz.“

Horn erwartet von der Politik jetzt einen industriepolitischen Gestaltungswillen, der über bloße Regulation hinausgeht: „Wenn der Wandel der Autoindustrie dem ausschließlich margenorientierten Denken der Konzerne überlassen wird, geraten die Beschäftigten am Standort Bayern unter die Räder.“

Deshalb fordert Horn die bayerische Staatsregierung auf, endlich aktiv zu werden und den im Sommer geschlossenen Autopakt gemeinsam mit Unternehmen und IG Metall mit konkreten Maßnahmen zum Leben zu erwecken: „Wir müssen Batteriezellen selber produzieren, Beschäftigte für neue Technologien qualifizieren, viele Zulieferer brauchen mittelfristig ganz neue Produkte. Wir müssen bei neuen Technologien wie E-Mobilität, Brennstoffzelle, Gas und autonomem Fahren führend werden. Die Staatsregierung muss diesen Prozess koordinieren, sonst wird er nicht schnell und gut genug gelingen. Die Folge wäre ein Beschäftigungseinbruch.“

Horn stellt klar, dass die berechtigten Umweltschutzinteressen und die Sorgen der Beschäftigten in der Autoindustrie nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: „Auch die Beschäftigten in der Autoindustrie wollen saubere Luft atmen und den Klimawandel stoppen. Aber sie wollen auch in Zukunft noch Arbeit haben. Beides muss gelingen.“

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gedruckt am 21.08.2019 / IG Metall Bayern online