07.12.2018
400 Überstunden für lau: Solidarität mit Protesten in Ungarn

Mit einer Großdemonstration am 8.12.2018 protestieren Ungarns Gewerkschaften gegen ein von ihrer Regierung geplantes Arbeitszeitgesetz. Die IG Metall unterstützt den Widerstand.

Konkret geht es um den Regierungsplan, wonach Beschäftigte in einem Jahr bis zu 400 Überstunden leisten sollen. Diese Mehrarbeit sollen die ungarischen Unternehmen aber erst in einem Zeitraum von drei Jahren ausgleichen oder bezahlen müssen. Die Regierung begründet den Schritt damit, dass ungarische Beschäftigte mehr arbeiten wollen würden.

Die IG Metall und zahlreiche Vorsitzende von Gesamtbetriebsräten aus der deutschen Autoindustrie sowie Siemens unterstützen die ungarischen Gewerkschaften bei ihrem Widerstand. "Angeblich wollen ungarische Beschäftigte mehr Überstunden machen. Dies ist ein Indikator für zu niedrige Einkommen!", heißt es in einer Solidaritätserklärung (Download unten). 

Die Gewerkschafter sehen europäische Mindeststandards sowie verhandelte Tarifstandards in Gefahr und nehmen deshalb auch die deutschen Firmen mit Beziehungen nach Ungarn in die Pflicht: "Wir fordern unsere Unternehmensleitungen auf, dafür zu sorgen, dass ungarische Gewerkschaften in den Betrieben Kollektivverträge und Lohnvereinbarungen abschließen können, um gute und gesunde Arbeitsbedingungen zu regeln."

Die Erklärung haben 40 Spitzenfunktionäre aus IG Metall und Betrieben unterzeichnet.

zum Download:
Erkla__rung_nyilatkozat__ungarisch.pdf
Erklaerung_nyilatkozat_deutsch.pdf
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gedruckt am 16.06.2019 / IG Metall Bayern online