25.09.2018
IG Metall erhöht Druck auf Playmobil-Hersteller

PM 59 / Wechsler: "Es ist nicht akzeptabel, Betriebsräte entfernen zu wollen, die einfach ihre Arbeit machen."

Die Zentrale des Playmobil-Herstellers Geobra Brandstätter in Zirndorf.  (Foto: IG Metall)

Die Zentrale des Playmobil-Herstellers Geobra Brandstätter in Zirndorf. (Foto: IG Metall)

Die IG Metall erhöht den Druck auf den Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter wegen seiner juristischen Angriffe auf Betriebsräte. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte heute in München: "Wir fordern das Unternehmen auf, den Antrag auf Amtsenthebung gegen die betroffenen Betriebsräte zurückzunehmen. Es ist nicht akzeptabel, Betriebsräte entfernen zu wollen, die einfach ihre Arbeit machen und sich für die Interessen der Beschäftigten einsetzen."


Wechsler forderte den gesamten Betriebsrat zur Solidarität auf: "Wir erwarten vom Betriebsrat-Gremium, dass es sich in dieser Frage solidarisch mit den beklagten Betriebsräten zeigt und sich vom Antrag auf Amtsenthebung klar distanziert."


Geobra Brandstätter hatte vor dem Arbeitsgericht Nürnberg einen Antrag auf Ausschluss mehrerer Betriebsräte aus dem Gremium gestellt. Diese hatten die Beschäftigten im Hochsommer lediglich über die Rechtslage zum Thema Hitze am Arbeitsplatz aufgeklärt.

Wechsler: "In zig anderen Betrieben in Bayern gibt es zu diesem Thema gemeinsame Betriebsvereinbarungen von Arbeitgebern und Betriebsräten. Stattdessen die Betriebsräte loswerden zu wollen, ist ein Angriff auf Demokratie und Mitbestimmung."


Erst 2017 hatten die IG Metall und die IG Bergbau Chemie und Energie (IG BCE) gemeinsam mit dem Unternehmen Geobra Brandstätter einen Tarifvertrag abgeschlossen. "In diesem Tarifvertrag sind eigentlich sozialpartnerschaftliche Regelungen getroffen worden, die ein solches Vorgehen nicht vorsehen, wie es die Geschäftsführung nun an den Tag legt", so Wechsler.


Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Nürnberg vor einer Woche hatte nicht zu einer Einigung geführt. Für den 24. Januar 2019 ist der nächste Termin vor Gericht angesetzt.

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gedruckt am 23.10.2018 / IG Metall Bayern online