30.06.2018
Wechsler: "Wer Fachkräfte will, braucht gute Tarifverträge"

PM 56 / 30.6.2018: Zweite IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner fordert bei Bezirkskonferenz in München Regierung und Arbeitgeber auf, mit Gewerkschaften digitalisierte Arbeitswelt zu gestalten.

Die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, und Bayerns Bezirksleiter Jürgen Wechsler (Foto: nena.pictures)

Die IG Metall Bayern ruft Unternehmen dazu auf, in deren eigenem Interesse in eine Tarifbindung zu gehen. „Wer Fachkräfte will, braucht gute Tarifverträge. Wer Tarifflucht betreibt, schaufelt langfristig sein eigenes Grab“, sagte Bezirksleiter Jürgen Wechsler am heutigen Samstag bei der Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern in München.

Seit Juli 2017 ist es der IG Metall in Bayern gelungen, 24 Betriebe mit knapp 6.000 Beschäftigten in eine Tarifbindung zu holen. „Die von den Arbeitgebern nach unserem guten Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie angedrohte Austrittswelle ist ausgeblieben“, so Wechsler.

Knapp 60 Prozent der Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie unterliegen der Tarifbindung. Der Ausbau der Tarifbindung bleibe daher eine wichtige Aufgabe. Zumal die Tarifbindung in manchen anderen Branchen deutlich niedriger ist. Wechsler: „Wir brauchen gesetzliche Bestimmungen, dass sich Unternehmen in eine Tarifbindung begeben müssen. Anders wird das nicht zu deutlich mehr Tarifbindung führen.“

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, hat heute in ihrer Rede bei der Bezirkskonferenz in München Regierung und Arbeitgeber aufgefordert, gemeinsam mit den Gewerkschaften den Übergang in die digitalisierte Arbeitswelt zu gestalten: „Das muss ein großes Gemeinschaftsprojekt von Staat, Arbeitgebern und uns Gewerkschaften werden. Man muss Vertrauen bei den Menschen aufbauen. Die Botschaft heißt: Ihr werdet nicht alleine gelassen!“ Es brauche ein klares und verbindliches Szenario, wie der Umbau der Arbeitsgesellschaft gestaltet werde – und zwar sozial gerecht, betonte Benner.

Die Gewerkschafterin stellte einen Fünf-Punkte-Plan für innovative Mitbestimmung in der Digitalisierung vor. Im Mittelpunkt steht eine flächendeckende „Betriebslandkarte“. Mit diesem Instrument können die durch Digitalisierung und andere neue Technologien im Betrieb ausgelösten Veränderungen für den einzelnen Beschäftigten ermittelt werden. Für alle betroffenen Beschäftigten brauche es ausreichende Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch der Datenschutz müsse umfänglich geregelt werden. „Über die Dokumentation der Arbeitsschritte mittels Touchscreen, Datenbrille oder Ähnlichem darf keine Leistungskontrolle und erst recht keine Verhaltenskontrolle erfolgen“, forderte die Zweite Vorsitzende.

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