13.06.2018
"Unsere Demokratie lebt nicht vom Zuschauen!"

Jedes Jahr erinnert die bayerische DGB-Jugend in Dachau und Flossenbürg daran, wohin Hetze und Spaltung führen kann. Dafür erhielt sie jetzt auf dem Camp der IG Metall-Jugend Bayern den Karl-Buschmann-Preis der Kritischen Akademie Inzell.

Carlo Kroiß (2. von rechts) nimmt den Preis für die DGB-Jugend Bayern von IG Metall-Bezirksjugendsekretär Rico Irmischer, Bezirksleiter Jürgen Wechsler und Gebhard Schwägerl, Leiter der Kritischen Akademie Inzell, entgegen. Foto: nena.pictures

Gedenken der DGB-Jugend 2014 in Dachau. Foto: DGB-Jugend Bayern

Bereits seit 1952 erinnert die DGB-Jugend jährlich mit ihrer Gedenkveranstaltung in Dachau an die Opfer der Nazis. Damit gehörte die Gewerkschaftsjugend zu den ersten, die die Aufarbeitung der Nazi-Zeit vorangetrieben haben. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern mahnt sie auch in Flossenbürg regelmäßig, wohin Hetze und Spaltung führen. Dafür hat ihr jetzt die Kritische Akademie Inzell den Karl-Buschmann-Preis verliehen.

"Die DGB-Jugend Bayern zeigt in Dachau, Flossenbürg und an anderen Orten des Nationalsozialismus, wie politische Bildung ohne erhobenen Zeigefinger junge Menschen und Beschäftigte ansprechen kann", befand die Jury. Denn: "Sie ermuntert und zeigt Wege, heute dem globalisierten Rechtsradikalismus eine menschenfreundliche und solidarische Sichtweise entgegenzustellen."

In Dachau stellen jährlich junge Gewerkschafter Biografien und Schicksale von NS-Opfern vor. In Flossenbürg bereiten deutsche und tschechische Schülerinnen und Schüler sowie junge Kolleginnen und Kollegen gemeinsam Beiträge vor: von Gedichten über Ausstellungen bis hin zu Kunstwerken, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Bezirksleiter Jürgen Wechsler lobte bei der Preisverleihung auf dem "Camp de la Revolución" der IG Metall-Jugend das Engagement: "Unsere Demokratie lebt nicht vom Zuschauen, sondern vom Einmischen! Das Erreichte muss ständig verteidigt werden." Die Gewerkschaft werde jeden Rechtsruck weiter bekämpfen.

Stellvertretend für die zahlreichen Ausgezeichneten nahm DGB-Bezirksjugendsekretär Carlo Kroiß den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen. Er machte deutlich, dass Erinnerung mehr ist als an die Vergangenheit zu denken: Die Gewerkschaftsjugend werde weiterhin vor Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und Faschismus warnen und somit auch die Auseinandersetzung etwa mit der AfD suchen. Kroiß: "Gewerkschaften waren, sind und bleiben antifaschistisch!"

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