01.05.2018
IG Metall am Tag der Arbeit: Beschäftigte mit mehr sozialer Sicherheit zu Gewinnern der Digitalisierung machen

PM 50 / 1. Mai 2018: Sichere Arbeit, Tarifverträge, Mitbestimmung, Weiterbildung – Wechsler: „Wir wollen nicht die totale Deregulierung wie im Silicon Valley“

Jürgen Wechsler am 1. Mai 2018 in Kempten

Die IG Metall ruft am Tag der Arbeit Wirtschaft und Politik auf, die Digitalisierung im Interesse der Beschäftigten zu gestalten. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte heute in seiner Rede bei der Maikundgebung in Kempten: „Die Digitalisierung der Wirtschaft ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt, das nur gelingen wird, wenn wir die Beschäftigten mitnehmen. Sie müssen zu Gewinnern dieses Wandels werden.“ Dies könne nur mit mehr sozialer Sicherheit gelingen. Wechsler: „Wir brauchen in der digitalisierten Arbeitswelt mehr Regulierung als heute. Nur so können wir sicherstellen, dass die Menschen Sicherheiten haben und nicht ins Bodenlose stürzen.“

Den Fantasien mancher Arbeitgeber von entgrenzten und losgelösten Mitarbeitern, die auf Abruf dem Takt der Maschinen und Computer folgen, müsse man entgegentreten. Wechsler: „Wir wollen nicht die totale Deregulierung, wie sie uns im Silicon Valley vorgemacht wird: eine Arbeitswelt ohne Regeln und ohne Sicherheiten. Deshalb werden wir eine große gesellschaftspolitische Auseinandersetzung um die Frage führen müssen, ob wir die Prinzipien des Sozialstaats erhalten und zum Maßstab für die Arbeit der Zukunft machen.“

Dazu gehören für Wechsler das geschützte Normalarbeitsverhältnis und eine Erweiterung des Arbeitnehmerbegriffs, so dass künftig alle Erwerbstätigen zur Sozialversicherung gehören. Auch Tarifverträge und die Mitbestimmung der Beschäftigten müssten in der Digitalisierung gestärkt werden. Ein Weiterbildungsgesetz müsse allen Beschäftigten das Recht geben, sich für die steigenden Anforderungen in der Digitalisierung zu qualifizieren.“

Wechsler: „Wir bestimmen jetzt mit, was Flexibilität ist“
Zugleich registriert Wechsler ein gestiegenes Selbstbewusstsein in den Belegschaften: „Es gibt eine neue Emanzipation bei den Beschäftigten. Wir bestimmen jetzt mit, was Flexibilität ist. Die Beschäftigten wollen nicht mehr nur Knecht der Flexibilisierungswünsche der Arbeitgeber sein.“

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