16.04.2018
IG Metall: Ministerpräsident Söder soll Wandel in Autoindustrie industriepolitisch vorantreiben

PM 48 / 16. April 2018: Batteriezellenproduktion in Bayern sehr bedeutsam für Zukunftsfähigkeit – Wechsler: „Ich erwarte mir vom neuen Ministerpräsidenten in dieser Frage nun mehr Aktivität und Gestaltungswillen.“

Vor seiner für diesen Mittwoch geplanten Regierungserklärung ruft die IG Metall Bayern den neuen Ministerpräsidenten Markus Söder auf, mit einem „Zukunftspakt Automobil Bayern“ den Wandel in der Autoindustrie industriepolitisch voranzutreiben. „Ohne industriepolitische Gestaltung droht Bayern beim Umstieg auf alternative Antriebe ins Hintertreffen zu geraten, national wie international. Das hätte gravierende Folgen für den gesamten Industriestandort Bayern“, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, am Montag in München.

Besonders eine eigene Produktion von Batteriezellen in Bayern, der Kerntechnologie der E-Mobilität, sei sehr bedeutsam für die Zukunftsfähigkeit des Standortes, so Wechsler: „Wer an der Spitze der globalen Autoindustrie stehen will, muss auch bei der Batteriezellenproduktion ganz vorne dabei sein. Nur wer selbst produziert, kann über Mengen, Preise und technische Eigenschaften wie Leistung, Reichweite und Sicherheit selbst bestimmen. Ansonsten drohen Abhängigkeiten von den asiatischen Märkten.“

Von einem einzelnen Hersteller oder Zulieferer ist der Aufbau einer Batteriezellenproduktion allein nicht zu stemmen. Wechsler sagte dazu: „Deshalb fordere ich die Staatsregierung auf, die Voraussetzungen für eine betriebsübergreifende Batteriezellenproduktion zu schaffen und gemeinsam mit den in Frage kommenden Unternehmen und der IG Metall eine tragfähige Lösung für Bayern zu finden.“

Beim „Zukunftspakt Automobil Bayern“ müsse außerdem die Ausbildung und Weiterbildung der Beschäftigten für die neuen Technologien im Mittelpunkt stehen. Wechsler: „In Bayern hängen über 400.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt an der Autoindustrie. Ihre Bedeutung für die Menschen und für den Zusammenhalt Bayerns ist so groß, dass man ihre Zukunft nicht allein dem Markt oder dem Zufall überlassen kann. Wir haben schon viel Zeit verloren. Ich erwarte mir vom neuen Ministerpräsidenten in dieser Frage nun mehr Aktivität und Gestaltungswillen.“

Am „Zukunftspakt Automobil Bayern“ unter Federführung des Ministerpräsidenten sollten laut IG Metall Staatsregierung, Hersteller, Zulieferer, Betriebsräte und Gewerkschaften beteiligt sein.

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