02.02.2018
80.000 Warnstreikende bringen bayerische Autoindustrie zum Stillstand

PM 39 / 2. Februar 2018: In ganz Bayern rollt heute kein Auto vom Band – Insgesamt fast 120.000 Teilnehmer in 45 Betrieben an ganztägigen Warnstreiks – Wechsler: „Die Beschäftigten haben unsere Erwartungen noch übertroffen.“

80.000 Beschäftigte in 17 Betrieben haben heute mit ganztägigen Warnstreiks die bayerische Autoindustrie zum Stillstand gebracht. Bei Audi in Ingolstadt und in sämtlichen BMW-Werken rollt heute kein einziges Auto vom Band. Bei Audi beteiligen sich 31.000 Beschäftigte am ganztägigen Warnstreik, bei BMW in München, Dingolfing, Landshut, Regensburg und Wackersdorf zusammen 36.500 Beschäftigte. Viele unorganisierte Mitarbeiter und Leiharbeiter unterstützen den Warnstreiks solidarisch. Auch die Kontraktlogistiker an den verschieden Standorten streiken mit. Die Produktionshallen sind überall leer (so wie hier bei BMW in Wackersdorf).

Auch bei den wichtigen Autozulieferern Schaeffler und SKF in Schweinfurt sind heute die Werkstore geschlossen. 9.000 Beschäftigte beteiligen sich dort an den ganztägigen Warnstreiks.

Insgesamt haben sich an den ganztägigen Warnstreiks an drei Tagen in Bayern 118.000 Beschäftigte in 45 Betrieben beteiligt. Somit konnte die IG Metall die Zahl der beteiligten Betriebe im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen nochmals steigern.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Die ganztägigen Warnstreiks sind ein Riesenerfolg, die Beschäftigten haben unsere Erwartungen noch übertroffen. Überall wo ich hingekommen bin, habe ich gesehen, dass sich auch Nicht-Mitglieder und Leiharbeiter beteiligt haben. Und überall haben die Beschäftigten signalisiert, dass sie bereit sind weiter zu streiken, wenn das nötig ist. Ich gehe davon aus, dass die Arbeitgeber die Eindrücke unserer ganztägigen Warnstreiks berücksichtigen, wenn sie zu uns an den Verhandlungstisch zurückkommen.“

„Mit Einigungswillen hätten Arbeitgeber sich Warnstreiks sparen und Geld stattdessen den Beschäftigten geben können“

Wechsler sagt zu den Äußerungen des vbm über angebliche wirtschaftliche Auswirkungen von Warnstreiks und Lohnerhöhungen: „Mit einem echten Einigungswillen hätten sich die Arbeitgeber die ganztägigen Warnstreiks sparen und das Geld stattdessen den Beschäftigten geben können. Das wäre uns lieber gewesen. Und Entgelterhöhungen haben der Metall- und Elektroindustrie noch nie geschadet. Sie steht heute besser da als je zuvor – trotz oder sogar auch wegen der guten Löhne.“

Der ganztägige Warnstreik bei BMW in Regensburg läuft noch bis Samstagmittag. Dort gibt es am Samstag, 3.2.2018, um 13.30 Uhr eine Abschlusskundgebung mit dem Hauptredner Jürgen Wechsler (Herbert-Quandt-Allee, Tor 2).

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