22.01.2018
Mitgliederplus gibt IG Metall in Bayern Rückenwind für Tarifrunde

PM 22 / 22.01.2018: Zuwachs in den Betrieben besonders stark – Wechsler: „Die Arbeitgeber haben noch nicht verstanden, was es bedeuten würde, wenn die IG Metall die Auseinandersetzung ausdehnt.“

Eine positive Mitgliederentwicklung gibt der IG Metall in Bayern Rückenwind für die aktuelle Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Zum Jahresende 2017 verzeichnete die IG Metall in Bayern 377.752 Mitglieder, das sind 0,3 Prozent mehr als vor einem Jahr (+ 0,3 Prozent). Damit ist die Mitgliederzahl zum siebten Mal in Folge gestiegen. Die Zahl der betriebsangehörigen Mitglieder konnte die IG Metall im Vorjahresvergleich sogar um 1,1 Prozent auf 284.865 steigern (+ 3.162). „Die betriebsangehörigen Mitglieder sind unsere Mannschaften in den Betrieben bei Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern. Insofern ist diese Entwicklung besonders erfreulich“, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, bei der Vorstellung der Zahlen am Montag in München.

Mitgliederzugewinne gab es auch bei den Angestellten (+ 1,7 Prozent auf 64.684), bei den Frauen (+ 0,9 Prozent auf 75.253) und bei den Auszubildenden (+ 1,3 Prozent auf 17.048). Wechsler dazu: „Diese Personengruppen sind die Zukunft der IG Metall. Wir werden immer weiblicher und jünger, der Anteil der Hochqualifizierten in unseren Branchen nimmt zu.“

Mit Blick auf die aktuelle Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie warnt Wechsler die Arbeitgeber vor einer weiteren Blockade der Verhandlungen und somit einer Eskalation: „Die Arbeitgeber haben noch nicht verstanden, was es bedeuten würde, wenn die IG Metall die Auseinandersetzung ausdehnt.“

Die IG Metall arbeitet auch bereits an der nächsten großen Herausforderung. Vom 1. März bis 31. Mai wählen die Beschäftigten in allen Betrieben für vier Jahre ihre Betriebsräte neu. Der IG Metall gehören in Bayern zurzeit rund 8.500 Betriebsräte in 1.500 Betrieben mit 720.000 Beschäftigten an. Diese starke Position will die IG Metall bei den kommenden Betriebsratswahlen ausbauen.

Die IG Metall formuliert zudem bereits erste Anforderungen an die Bayerische Staatsregierung Richtung Landtagswahl. Ganz oben steht das Ziel einer industriepolitischen Offensive in Bayern. Dabei sollen die Energiewende als Innovations- und Modernisierungsprogramm genutzt, Mobilitätskonzepte der Zukunft forciert und optimale Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Industrie hergestellt werden, unter anderem durch eine moderne Infrastruktur und einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung für alle Beschäftigten. Wechsler: „Weiterbildung ist der Schlüssel, um die Beschäftigten fit für die digitale Zukunft zu machen. Die Wirtschaft befindet sich insgesamt in einem rasanten Wandel, und wir müssen ihn industriepolitisch gestalten, wenn wir von diesem Wandel nicht überrannt werden wollen.“

Weiterhin kündigt Wechsler an, dass die IG Metall mit dem Ziel an die Bayerische Staatsregierung herantreten wird, die Tarifbindung gesetzlich zu stärken. Dabei könne es um eine bessere Nachwirkung von Tarifverträgen, um Privilegien für tarifliche Regelungen und um eine erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen gehen.

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