05.01.2018
IG Metall startet kommende Woche erste Warnstreikwelle in Bayern

PM 01 / 5. Januar 2018: Ab Dienstag flächendeckende Warnstreiks mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten – Wechsler: „Wir werden ordentlich Druck aufbauen, damit sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch endlich bewegen.“

Die IG Metall beginnt in der kommenden Woche mit den Warnstreiks in der Tarifrunde der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Nach einer 0-Uhr-Aktion in der Nacht von Sonntag auf Montag in Aschaffenburg gibt es ab Dienstag flächendeckende Warnstreiks in ganz Bayern mit täglich unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Mit unserer ersten Warnstreikwelle werden wir ordentlich Druck aufbauen, damit sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch endlich bewegen. Viele Beschäftigte sind bereit zu streiken, um unsere Forderungen durchzusetzen. Aber wir wollen am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis kommen.“

Bis zur dritten Verhandlung am 15. Januar in Nürnberg ruft die IG Metall Bayern in allen ihren 21 regionalen Geschäftsstellen Zehntausende Beschäftigte zu Warnstreiks auf. An den Warnstreiks beteiligen sich Betriebe aus allen Branchen der Metall- und Elektroindustrie, vom Kleinbetrieb bis zum Großbetrieb. Erster regionaler Schwerpunkt ist am Dienstag Schweinfurt mit Demozügen und einer gemeinsamen Kundgebung zahlreicher Betriebe.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld und Ausbildungsvergütung für eine Laufzeit von 12 Monaten. Zudem fordert die IG Metall einen Anspruch für alle Beschäftigten, ihre individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Ein Rückkehrrecht zur 35-Stunden-Woche soll eingeschlossen sein. Für Beschäftigte mit zu pflegenden Angehörigen oder Kindern unter 14 Jahren soll es bei einer Arbeitszeitverkürzung einen Entgeltzuschuss von 200 Euro pro Monat geben. Für Beschäftigte in Schichtarbeit und anderen belastenden Arbeitszeitmodellen fordert die IG Metall in der kurzen Vollzeit einen Zuschuss von 750 Euro pro Jahr.

Die Arbeitgeber haben bisher lediglich 2,0 Prozent mehr Entgelt für 15 Monate und eine Einmalzahlung von 200 Euro unter der Bedingung angeboten, dass die Betriebe künftig die Arbeitszeiten für alle Beschäftigten auf bis zu 42 Stunden erweitern können. Wechsler sagt dazu: „Die Arbeitgeber wollen also faktisch die 35-Stunden-Woche abschaffen. Das ist eine Kampfansage, auf die die Beschäftigten nun eine Antwort geben werden.“ Zudem stellen die Arbeitgeber tarifpolitische Errungenschaften wie den Kündigungsschutz für ältere Beschäftigte, den Entgeltausgleich bei Leistungsminderung und die bezahlte 3-Schicht-Pause in Frage.

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten zurzeit rund 835.000 Beschäftigte. Davon sind 475.000 in tarifgebundenen Betrieben beschäftigt, die Mitglied des Arbeitgeberverbandes vbm sind.

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