09.11.2017
IG Metall Bayern kritisiert Vorgehen der Siemens AG

(PM 26 / 09. November 2017) Wechsler: „Rigorose Abbaupläne passen nicht zu hervorragendem Geschäftsergebnis.“

Die Siemens AG hat am neunten November in München hervorragende Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Getrübt wird dieses Ergebnis durch Pläne zu drastischen Einschnitten im Kraftwerksgeschäft, die seit Ende Oktober vor allem in den Medien kolportiert werden. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, kritisiert: „Siemens beruft sich auf ‚Verantwortung‘ als einen seiner drei zentralen Unternehmenswerte. Da ist es nicht nachzuvollziehen, auf der einen Seite Milliardengewinne zu erwirtschaften, auf der anderen aber tausende Beschäftigte in eine ungewisse Zukunft entlassen zu wollen.“

Auch eine Gruppe Münchner Siemens-Beschäftigter machte parallel zur Bilanzpressekonferenz in der Siemens-Zentrale am Wittelsbacherplatz auf diesen eklatanten Widerspruch aufmerksam. Sie hielten ein Transparent hoch, das auf mehreren Metern Länge rund 600 potenziell Betroffene aus ganz Deutschland zeigt. Auf einen Aufruf der IG Metall hin hatten innerhalb kurzer Zeit über 1.000 Beschäftigte spontan ihre Fotos zur Verfügung gestellt, um dem geplanten Abbau bei Siemens unter dem Motto „Was wird aus den Menschen?“ ein Gesicht zu verleihen.

Für zusätzliche Verärgerung sorgt die mangelhafte Kommunikation der Siemens AG. Entgegen des üblichen Vorgehens, zuerst die Arbeitnehmervertreter umfassend über geplante Maßnahmen zu informieren, waren die nach wie vor nicht vollständig vorliegenden Informationen stückchenweise über die Medien bekannt geworden. Wechsler dazu: „Der Informationsfluss in solchen Fällen ist eigentlich klar geregelt, aber Siemens hat sich vom Start weg nicht daran gehalten. Statt dessen hat man zugesehen, wie die Beschäftigten durch völlig unkontrolliertes Durchsickern unbestätigter Spekulationen verunsichert worden sind. Auch da ist von Verantwortung leider wenig zu spüren.“

Die IG Metall fordert Siemens auf, jetzt unter Beteiligung der Arbeitnehmerseite Alternativen für die aktuell betroffenen Standorte zu erarbeiten und eine Standortstrategie für alle Betriebe in Deutschland vorzulegen. Auch die Energieerzeugung ist nach ihrer Auffassung weiter ein globaler Wachstumsmarkt, wenn Siemens die Kompetenz seiner Beschäftigten zielführend zur Entwicklung passender Geschäftsmodelle und Produkte einsetzt.

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