24.10.2017
IG Metall Bayern fordert 6 Prozent mehr Geld und Anspruch auf kurze Vollzeit für alle Beschäftigten

PM 25 / 24. Oktober 2017: Wechsler: „Wir wollen Beschäftigte angemessen am Aufschwung beteiligen.“ – „Arbeitgeber sollen Flexibilität, die sie selbst einfordern, auch ihren Beschäftigten einräumen.“

Die bayerische Tarifkommission der IG Metall hat am heutigen Dienstag in München ihre Forderung für die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen. Die Tarifkommission fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten sowie einen Anspruch für alle Beschäftigten auf eine kurze Vollzeit. Das heißt: auf Reduzierung der individuellen wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für eine Zeitdauer von bis zu 24 Monaten.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Wir wollen mehr Geld und mehr Zeit für die Beschäftigten. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist hervorragend, die Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung werden reihenweise nach oben korrigiert. Mit der Forderung von sechs Prozent für zwölf Monate wollen wir die Beschäftigten angemessen am wirtschaftlichen Aufschwung beteiligen.“

Beschäftigte in kurzer Vollzeit sollen ein Rückkehrrecht zur ursprünglichen Arbeitszeit erhalten. Sie sollen nicht begründen müssen, warum sie in kurze Vollzeit gehen.

Zwei Beschäftigtengruppen sollen für ihre kurze Vollzeit einen Entgeltzuschuss vom Arbeitgeber erhalten: Schichtarbeiter beziehungsweise Beschäftigte in anderen belastenden Arbeitszeitmodellen und Beschäftigte, die Kinder unter 14 Jahren erziehen oder Angehörige pflegen.

Wechsler sagt zur Arbeitszeit-Forderung: „Vielen Beschäftigten fällt es immer schwerer, Arbeit und Privatleben zu vereinbaren. Kinder zu erziehen, Angehörige zu pflegen, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein passt nicht zusammen mit Wochenendarbeit und ständigen Überstunden. Viele Schichtarbeiter leiden unter den steigenden Belastungen und sehnen sich nach zusätzlichen Erholungszeiten. Die Beschäftigten wollen über ihre Arbeitszeit mehr selbst bestimmen und vorübergehend kürzer treten können. Die Arbeitgeber sollen die Flexibilität, die sie selbst einfordern, auch ihren Beschäftigten einräumen. Davon werden auch die Betriebe profitieren. Denn eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie ausgeruhte und gesündere Beschäftigte sind auch eine Initiative zur Fachkräftegewinnung.“

Als weiteres Thema will die bayerische Tarifkommission einen Tag bezahlte Freistellung für Azubis vor jedem Prüfungstag auf die Agenda der Verhandlungen setzen.

An diesem Donnerstag, 26. Oktober, entscheidet der Vorstand der IG Metall in Frankfurt auf Basis der regionalen Beschlüsse endgültig über die Forderung für die Tarifrunde. Die erste Verhandlung in Bayern findet am 16. November in Schweinfurt statt. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember, ab 1. Januar 2018 sind also Warnstreiks möglich.

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten zurzeit rund 835.000 Beschäftigte. Davon sind 475.000 in tarifgebundenen Betrieben beschäftigt, die Mitglied des Arbeitgeberverbandes vbm sind.

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