26.09.2017
IG Metall erreicht Perspektiven für Siemens-Beschäftigte

PM 24 / 26. September 2017: Wechsler: „Zusammenschluss von Siemens und Alstom kann zu europäischer Chance werden“

Die Siemens AG hat am 26. September ihre Absicht bekannt gegeben, ihre Zugsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Zughersteller Alstom einzubringen. In verschiedenen Geschäftseinheiten von Siemens betrifft dies bundesweit über 13.500 Beschäftigte, davon voraussichtlich deutlich mehr als 5.000 in Bayern. Alstom beschäftigt etwa 3.000 Menschen in Deutschland.

Die IG Metall Bayern bewertet die Entscheidung als potenzielle Chance und begrüßt die erreichten Perspektiven für die Beschäftigten, erklärt Bezirksleiter Jürgen Wechsler: „Der Zusammenschluss führt zu einem europäischen Konzern mit guten Erfolgschancen im harten globalen Wettbewerb. Umfangreiche Zusicherungen von Siemens stellen sicher, dass die Beschäftigten dabei keine Nachteile erleiden.“

Der Firmensitz und die operative Führung des neuen Unternehmens sollen in Paris angesiedelt sein. Siemens will jedoch als Mehrheitseigner beteiligt bleiben und geht damit auf eine wesentliche Forderung der Arbeitnehmerseite ein. Auch Tarifbindung, Mitbestimmung und Interessenvertretung in den betroffenen Siemens-Betrieben bleiben erhalten.

Weitere wesentliche Garantien schließen die Standortsicherung und einen Verzicht auf Kündigungen für vier Jahre ein, ergänzt Wechsler: „Ein neues europäisches Schwergewicht in der Bahnbranche kann nur entstehen, wenn die Beschäftigten diesen Prozess mittragen. Ihre Sicherheit hinsichtlich der Arbeitsplätze und -bedingungen ist dafür eine entscheidende Voraussetzung.“

Von dem neuen Unternehmen und dem Mehrheitseigner Siemens erwartet die IG Metall Bayern ein zukunftsweisendes Konzept, das die Standorte in Europa mit Investitionen und neuen Produkten langfristig aufstellt, so Wechsler abschließend: „Was wir in Zukunft brauchen, sind keine Sparprogramme oder dergleichen, sondern richtungsweisende Innovationen. Sie müssen die konventionelle Bahntechnik zu zukunftsorientierten, ganzheitlichen Mobilitätskonzepten erweitern und weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang erwarten wir auch von der Politik, dass sie entsprechende Weichenstellungen aktiv unterstützt und die Entwicklung nicht dem Markt überlässt.“

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