08.07.2017
IG Metall Bayern für sozial-ökologischen Wandel in Autoindustrie

PM 22 / 8. Juli 2017: Wechsler: „Die Zeit der Verbrennungsmotoren geht dem Ende entgegen. Für einen geregelten Strukturwandel brauchen wir aber Übergangszeiträume.“

Die IG Metall Bayern will in der Autoindustrie einen sozial-ökologischen Wandel forcieren. „Wir fordern einen sozial-ökologischen Wandel, der die Interessen der Arbeitnehmer und der Umwelt zusammenbringt“, sagte Bezirksleiter Jürgen Wechsler am heutigen Samstag bei der 67. Ordentlichen Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern in Bad Gögging. Wechsler forderte in seiner Rede alle Akteure auf, einen geregelten Strukturwandel zu gestalten, „mit dem Ziel, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten, neue zu schaffen und dafür zu sorgen, dass es keine Verlierer gibt.“

Mit Blick auf die von mehreren Großstädten geplanten Diesel-Fahrverbote stellte Wechsler fest: „Die Zeit der Verbrennungsmotoren geht dem Ende entgegen. Der Diesel wird zum Auslaufmodell, und der Benziner wird ihm über kurz oder lang folgen. Für einen geregelten Strukturwandel brauchen wir aber Übergangszeiträume.“

Um die heute über 400.000 Arbeitsplätze zu halten, die in Bayern direkt am Fahrzeugbau hängen, „muss Bayern führend bei den Umwelttechnologien rund ums Auto werden.“ Dafür nimmt Wechsler die Hersteller, Zulieferer und die Politik in die Pflicht. Er erneuerte seine Forderung nach einem „Zukunftspakt Automobil Bayern“ mit der Staatsregierung, Herstellern, Zulieferern, Betriebsräten und Gewerkschaften.

Wechsler: „Es darf keine Arbeitgeberverbände ohne Tarifbindung mehr geben“

Als weitere wichtige Herausforderung nannte Wechsler die Erhöhung der Tarifbindung. Aktuell gilt der Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie nur noch für 53 Prozent der Beschäftigten. „Unser Ziel muss sein, alle Betriebe in Tarifbindung zu bekommen“, so Wechsler. Er forderte auch den Gesetzgeber auf, tätig zu werden und den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen: „Es darf keine Arbeitgeberverbände ohne Tarifbindung mehr geben. Und unwillige Betriebe sollten zur Tarifbindung verpflichtet werden.“

In seinem mündlichen Geschäftsbericht blickte Wechsler auf ein gutes Jahr zurück. Ende 2016 hatte die IG Metall in Bayern über 376.000 Mitglieder: „Es ist uns zum siebten Mal in Folge gelungen zu wachsen. Das ist ein toller Erfolg!“

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