07.07.2017
IG Metall will 35-Stunden-Woche wieder stärker verankern

PM 21 / 7. Juli 2017: Wechsler: „Die Arbeitgeber haben bis heute nicht ihren Frieden mit der 35-Stunden-Woche gemacht.“

Die IG Metall will die 35-Stunden-Woche für mehr Beschäftigte zur Realität machen. „Im Durchschnitt arbeitet ein Beschäftigter in der Metall- und Elektroindustrie heute tatsächlich über 39 Stunden, obwohl wir die 35-Stunden-Woche im Tarifvertrag haben. Darauf sollten wir reagieren“, sagte Bezirksleiter Jürgen Wechsler am heutigen Freitag bei einer Arbeitszeitkonferenz der IG Metall Bayern in Bad Gögging.

Wechsler weiter: „Wir wissen, dass in Bayern 51 Prozent der Befragten die 35 Stunden in ihrem Arbeitsvertrag stehen haben. Und wir wissen, dass nur 16 Prozent der Befragten tatsächlich auch 35 Stunden arbeiten.“ Die Zahlen stammen aus der aktuellen großen Beschäftigtenbefragung der IG Metall, an der sich in Bayern fast 150.000 Beschäftigte beteiligt haben. Die hohe durchschnittliche Wochenarbeitszeit resultiert unter anderem aus Überstunden, betrieblichen Ergänzungstarifverträgen mit längeren Arbeitszeiten und einer Quotenregelung im Flächentarifvertrag, wonach 13 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb länger als 35 Stunden arbeiten können.

Vor diesem Hintergrund seien die Forderungen der Arbeitgeber nach der Abschaffung der gesetzlichen täglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden nicht nachvollziehbar. Wechsler stellte fest: „Die Arbeitgeber haben bis heute nicht ihren Frieden mit der 35-Stunden-Woche gemacht.“

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