24.05.2017
Grammer: IG Metall warnt vor Hastor und ruft Aktionäre auf, Machtübernahme zu verhindern

PM 17 / 24. Mai 2017: Wechsler: „Hastor schadet Grammer und gefährdet Arbeitsplätze“ – Beschäftigte protestieren am Rande der Hauptversammlung“

Die IG Metall übt vor der heutigen Hauptversammlung bei Grammer scharfe Kritik an der Investorenfamilie Hastor und ruft die Aktionäre auf, die Machtübernahme der Hastors zu verhindern. „Die Hastors interessieren sich nur für kurzfristige Gewinne. Mit diesem Ansatz schaden sie Grammer und gefährden Arbeitsplätze. Denn in der Autoindustrie sind langfristige und stabile Kundenbeziehungen das A und O. Die anderen Aktionäre haben heute die Möglichkeit, diesen fatalen Richtungswechsel abzuwenden“, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, bei einer Protestkundgebung mit Grammer-Beschäftigten aus ganz Deutschland am Amberger Congress Centrum, wo heute die Hauptversammlung stattfindet.

Grammer hat in Deutschland rund 3000 Beschäftigte, 2000 allein in Amberg an vier Standorten. Weltweit beschäftigt Grammer inklusive Befristungen und Leiharbeitnehmern rund 15.000 Mitarbeiter. „Alle diese Arbeitsplätze sind gefährdet, wenn die Hastors bei Grammer das Sagen kriegen. Deshalb kämpfen wir so vehement gegen diesen Investor. Das ist gleichzeitig ein Kampf für die Arbeitsplätze“, so Wechsler.

Die IG Metall und Branchenkenner befürchten große Auswirkungen auf die gesamte Automobilindustrie. IG Metall-Autoexperte Frank Iwer sagte bei der Kundgebung in Amberg: „In Deutschland arbeiten in vielen tausend Betrieben über 900.000 Beschäftigte unmittelbar im Bereich der Automobilproduktion. Eine solch komplexe Wertschöpfungskette kann nur funktionieren, wenn es gegenseitige Berechenbarkeit und Verlässlichkeit zwischen den Beteiligten gibt. Wer dazu nicht bereit ist, hat auf Dauer in dieser Branche keine Chance. Und wer diesen Kurs verlässt und versucht, höhere Margen mit Gewalt durchzusetzen, setzt bewusst die Existenz von Betrieben, Beschäftigten mit ihren Familien, ja von ganzen Regionen aufs Spiel.“

Wechsler wies auf die breite Front der Ablehnung hin, die den Hastors entgegenschlägt: „Alle Akteure stellen sich gegen diesen Investor: Grammer, die Beschäftigten, die Kunden von Grammer, Aktionärsvertreter, Analysten und die Politik. Wenn Akteure mit solch unterschiedlichen Interessen alle zum gleichen Schluss kommen, dann muss Gefahr drohen.“

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