01.05.2017
Tag der Arbeit: IG Metall fordert Arbeitgeber zu Flexibilität beim Thema Arbeitszeit auf

PM 14 / 01. Mai 2017: Wechsler: „Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen!“

Am Tag der Arbeit hat die IG Metall die Arbeitgeber zu mehr Flexibilität beim Thema Arbeitszeit aufgefordert. „Die Arbeitgeber haben jahrzehntelang Flexibilität von uns gefordert. Jetzt fordern wir auch mal Flexibilität von Ihnen. Gerade beim Thema Arbeitszeit“, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, in seiner Mai-Rede in Bamberg. „Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen statt Arbeit ohne Ende. Und das geht nur mit verbindlichen Regeln. Sie wollen den Fortschritt als Subjekt mit klaren Rechten gestalten und ihm nicht als rechtloses Objekt ausgeliefert sein.“

Wechsler bezieht sich auf eine aktuelle Befragung der IG Metall von über 680.000 Beschäftigten in Deutschland: „96,4 Prozent der Beschäftigten wollen auch in Zukunft ein starkes Arbeitszeitgesetz mit Ruhezeiten und mit einem Recht auf Abschalten.“ Wechsler kündigte an, das Thema Arbeitszeit in der nächsten Tarifrunde ganz oben auf die Agenda zu setzen. An die Adresse von Arbeitgebern und Politik richtete er: „Wer die bestehenden Schutzregeln bei der Arbeitszeit schleifen will, der hat die Beschäftigten in Deutschland geschlossen gegen sich.“

In seiner Rede hat Wechsler zudem für mehr Tarifbindung geworben: „Nur noch knapp die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet mit Tarifvertrag. Ein Beschäftigter ohne Tarifvertrag verdient im Schnitt 30 Prozent weniger im Monat. Diese Entwicklung führt zur Spaltung der Beschäftigten. Das muss beendet werden. Wir wollen gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für die gleiche Arbeit. Das geht nur mit Flächentarifverträgen.“

Wechsler ruft die Politik zum Handeln auf: „Wenn die Arbeitgeber sich nicht freiwillig einem Branchen-Tarifvertrag anschließen, dann muss der Gesetzgeber sie dazu verpflichten, einen Tarifvertrag anzuwenden. Zwangsmitgliedschaften gibt es bereits bei den Handwerkskammern, bei den Industrie- und Handelskammern und bei den Ärztekammern.“


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