21.04.2017
IG Metall schließt in Bayern weiteren Tarifvertrag in Kontraktlogistik

PM 11 / 21. April 2017: Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für Imperial-Beschäftigte im BMW-Verteilzentrum Wallersdorf – Wechsler: „Wir werden mit jedem einzelnen Betrieb Verhandlungen aufnehmen.“

Die IG Metall hat mit dem Kontraktlogistiker Imperial Logistics International im neuen BMW-Verteilzentrum in Wallersdorf bei Dingolfing einen Firmentarifvertrag abgeschlossen. Nach langen Verhandlungen haben beide Seiten den Tarifvertrag nun unterzeichnet. Bereits im November 2016 waren in einem Eckpunktepapier Rahmenbedingungen festgelegt worden.

Für die rund 400 Imperial-Mitarbeiter im gemeinsamen BMW-Verteilzentrum mit dem Kontraktlogistiker Kühne + Nagel bringt dieser Tarifvertrag etliche Vorteile gegenüber den in der Logistikbranche sonst üblichen Bedingungen in punkto Entgelt, Zuschläge, Eingruppierung, Arbeitszeit und Anbindung an Tariferhöhungen. Auch die Leiharbeiter profitieren.

Ein Staplerfahrer beispielsweise bekommt durch den Tarifvertrag nun rund 5500 Euro mehr Entgelt im Jahr. Auch die aktuelle Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie um zwei Prozent ab April greift bei Imperial sofort. Leiharbeiter erhalten zudem ab dem ersten Tag einen Zuschlag von 30 Prozent auf den Leiharbeit-Tarifvertrag.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagt: „Wir wollen die Arbeitsbedingungen in der Kontraktlogistik vernünftig regeln. So wirken wir der Tarifanarchie in dieser Branche entgegen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen um einen Flächentarifvertrag für die gesamte Kontraktlogistikbranche setzen wir unsere bisherige Strategie fort. Wir werden mit jedem einzelnen Betrieb Verhandlungen aufnehmen.“

Thomas Zitzelsberger, Betriebsrat und Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers bei BMW Dingolfing, betont die Annäherung der Entgelte und Arbeitsbedingungen von BMW-Beschäftigten, Imperial-Beschäftigten und Leiharbeitern: „Wir wollen keine Mehr-Klassen-Gesellschaft bei den Beschäftigten. Auf dem BMW-Gelände sollen alle Beschäftigten möglichst gleich behandelt werden.“

BMW hatte sein neues Verteilzentrum in Wallersdorf Mitte Oktober offiziell eröffnet. Ab Dezember haben dort die Logistikdienstleister Imperial und Kühne + Nagel den Betrieb übernommen. Nach dem Kontraktlogistiker Schnellecke in Dingolfing Anfang 2016 ist es der IG Metall nun also gelungen, an diesem Standort einen zweiten BMW-Logistiker in die Tarifbindung zu holen.

IG Metall, Betriebsrat und die Imperial-Beschäftigten konnten sich bei ihren Bestrebungen auf ein „Memorandum of Understanding“ zwischen BMW-Vorstand und Gesamtbetriebsrat stützen. „Für Neuausschreibungen von Werkverträgen gilt demnach, dass Kontraktlogistiker auf dem Werksgelände einen Tarifvertrag mit der IG Metall haben müssen“, erläutert Wechsler.

Auch eine Vereinbarung zwischen der IG Metall und ver.di von Anfang 2016 sorgt für Klarheit in der Logistikbranche. Wenn ein Logistikdienstleister auf dem Werksgelände angesiedelt ist oder fast ausschließlich für nur einen Automobilhersteller oder -zulieferer tätig ist, ist die IG Metall zuständig.

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