16.03.2017
Unfaire Löhne gefährden Ihre Gesundheit

Was sich wie ein gewerkschaftlicher Werbeslogan anhört, ist die Zusammenfassung einer seriösen wissenschaftlichen Studie: Als unfair empfundene Löhne beeinflussen die Herzaktivität und führen langfristig zu einer Verschlechterung der Gesundheit.

Zu diesem Ergebnis kamen zwei Wissenschaftler des Bonner Institutes Behavior and Inequality Research (briq). Einer vielbeachteten Pressemitteilung zufolge simulierten die Ökonomen gemeinsam mit Medizinsoziologen eine berufliche Leistungsssituation, in der die Testpersonen subjektiv zu wenig Anteil an dem von ihnen erarbeiteten Gewinn bekamen.

Diese Ungerechtigkeit erzeugte bei den Betroffenen durch die sogenannte Herzfrequenzvariabilität messbaren Stress, der seinerseits das Risiko koronarer Herzerkrankungen erhöht: "Erlebte Unfairness wirkt sich demnach unmittelbar auf das autonome Nervensystem aus."

Das punktuelle Experiment im Labor deckt sich mit Erkenntnissen langfristiger Untersuchungen des renommierten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Ihnen zufolge besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Lohnungerechtigkeit und dem eigenen Gesundheitszustand – auch hier wurde eine signifikante Häufung von Herzkrankheiten festgestellt.

Damit schließt sich der Kreis zu gewerkschaftlichen Positionen wieder: Wer als abhängiger Beschäftigter zum Beispiel in Tarifrunden aktiv für faire Entgelte eintritt, tut nicht nur etwas für die Gerechtigkeit, sondern auch für die Gesundheit.

» drucken


dabei sein!
Arbeitszeitkampagne