16.02.2017
Textil- und Bekleidung: Arbeitgeber setzen auf Eskalation

Trotz der schwungvollen Warnstreiks in Bayern und anderswo endete die dritte Verhandlung für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar nach 14 Stunden ohne Ergebnis.

"Die Arbeitgeber haben mit ihrer Blockadehaltung den Konflikt eskaliert und die Verhandlungen beendet", erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen, dazu in Saarlouis. "Die Beschäftigten der Branche haben eine faire Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg verdient und lassen sich nicht mit so niedrigen Erhöhungen und zu langen Laufzeiten abspeisen."

Die IG Metall fordert eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten und eine verbesserte Altersteilzeitregelung mit einem Aufstockungsbetrag von 550 Euro. Zudem soll aus Sicht der IG Metall die Altersteilzeitquote von 2 auf 2,5 Prozent erhöht werden.

Die Arbeitgeber hatten zuletzt in den Verhandlungen einen Monat ohne Entgelterhöhung angeboten, danach drei Monate je 50 Euro Einmalzahlungen, ab dem 1. Juni 2017 eine Erhöhung von 2,1 Prozent und in einer zweiten Stufe zum 1. April 2018 eine Erhöhung von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 25 Monaten. Eine wirkliche Verbesserung der Altersteilzeitregelung haben sie nicht angeboten.

"Die Arbeitgeber waren nicht bereit, das Angebot weiter zu entwickeln und eine Lösung zu finden. Die zentrale Verhandlungskommission hat beschlossen, den Druck mit weiteren Warnstreiks auf die Unternehmen zu erhöhen", sagte Menningen.

Seit Ende der Friedenspflicht am ersten Februar haben über 14.000 Beschäftigte aus mehr als 130 Betrieben mit Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach einer deutlichen Einkommenssteigerung und einer verbesserten Altersteilzeitregelung Nachdruck verliehen.


» Fotos der Aktionen bei Faurecia und Ideal auf der Facebook-Seite der IG Metall Bayern

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