26.01.2017
IG Metall drängt auf „Zukunftspakt Bayern“ für Automobilindustrie

(PM 2 / 26. Januar 2017) Wechsler: „Sonst wird es schwierig, internationale Spitzenposition zu halten.“ – 2.800 Mitglieder mehr

Angesichts des Rückstands von Bayern beim Wandel der Automobilindustrie drängt die IG Metall auf einen „Zukunftspakt Bayern“. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz in München: „Damit wir international nicht noch weiter zurückfallen, müssen wir uns gemeinsam um das Thema Umbruch in der Automobilindustrie kümmern. Sonst wird es schwierig, Bayerns internationale Spitzenposition zu halten. Wo in Zukunft noch Autos gebaut werden, hängt auch vom klugen Handeln der Politik ab.“

Wechsler schlägt vor, dass Politik, Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam den Strukturwandel der Autoindustrie hin zu Digitalisierung und E-Mobilität gestalten. Dabei sollen die Fragen im Mittelpunkt stehen, wie Beschäftigung gesichert und wie die Beschäftigten für die Herausforderungen der Zukunft qualifiziert werden können. Wechsler unterstreicht die Dringlichkeit: „In Bayern hängen 400.000 Arbeitsplätze direkt am Fahrzeugbau. 80.000 davon sind unmittelbar vom Verbrennungsmotor abhängig. Wir hinken beim Wandel bereits hinterher, vor allem bei den Themen Batteriezellen, Ladestationen und Qualifizierung der Beschäftigten.“

Die Mitgliederzahl der IG Metall in Bayern ist zum Jahresende 2016 im Vorjahresvergleich um 2.785 (+0,7%) auf 376.804 gestiegen. Die Zahl der Mitglieder in Betrieben ist sogar um 3.457 (1,2%) angestiegen. Auch bei den weiteren Gruppen wie Jugendliche (+ 0,4% auf 51.001), Frauen (0,6% auf 74.598) und Angestellte (+3,3% auf 63.575) ist die Mitgliederzahl gestiegen.

Die zentralen Themen der IG Metall Bayern in 2017 sind Arbeitszeit, Digitalisierung und die Bundestagswahl. Allein in Bayern befragt die IG Metall über 400.000 Beschäftigte in über 700 Betrieben zu ihren Bedürfnissen beim Thema Arbeitszeit. Wechsler: „Aus den Ergebnissen leiten wir unsere Positionen für die Bundestagswahl und für die nächste Tarifrunde ab. Eines ist bereits klar: Das Thema Arbeitszeit wird in der nächsten Tarifrunde eine Rolle spielen.“

Beim Thema Digitalisierung pocht die IG Metall Bayern auf Grenzen der Flexibilisierung und eine soziale Gestaltung der Arbeitsbeziehungen. „In einer digitalisierten Arbeitswelt sind Mitbestimmung, Tarifverträge und soziale Sicherungssysteme umso wichtiger, weil die Menschen mehr Sicherheit brauchen“, so Wechsler. „Wir müssen in der digitalisierten Arbeitswelt den Arbeitnehmerbegriff erweitern, auch Solo-Selbstständige und Cloudworker dazuzählen. Sie benötigen auch Absicherungen bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter. Das schaffen wir durch Erwerbstätigenversicherungen.“


» Foliensatz zur Pressekonferenz als PDF:

zum Download:
IGM_JahresPK-2017.pdf

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