18.01.2017
Textil und Bekleidung: Arbeitgeber blocken ab

In der zweiten Tarifverhandlung für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie haben die Arbeitgeber am 17. Januar ihr Gegenangebot vorgelegt. Das ist so weit von der Forderung der IG Metall entfernt, dass sich Warnstreiks ab Februar abzeichnen - offenbar braucht es Druck, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

4,5 Prozent mehr Geld und die Fortführung des Tarifvertrages zur Altersteilzeit mit einer Erhöhung der aktuellen Quote von zwei Prozent - so lautet die Forderung, mit der die IG Metall zum bundesweiten Verhandlungsauftakt am 6. Dezember in Ingolstadt angetreten war. Die Arbeitgeber legten ihr Gegenangebot jetzt in Bielefeld vor.

Sie wollen demnach vier Nullmonate, eine erste Entgelterhöhung um 1,4 Prozent ab Juni 2017, ein Jahr später nochmals 1,5 Prozent, das Ganze über eine Gesamtlaufzeit von 28 Monaten. In Sachen Altersteilzeit kam gleich gar nichts auf den Tisch. IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Menningen fällte ein vernichtendes Urteil: "Zu mickrig in der Erhöhung, zu lang in der Laufzeit und keine Altersteilzeit."

Innerhalb der am 31. Januar endenden Friedenspflicht ist also wohl kein Ergebnis mehr zu erwarten. Die IG Metall wird vor diesem Hintergrund ab 1. Februar zu Warnstreiks aufrufen. Mit der Tarifbindung wird sie dabei gleich ein weiteres Ziel anpacken, denn nur etwa die Hälfte der insgesamt rund 100.000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie arbeitet derzeit in tarifgebundenen Betrieben.


» flickr-Fotoalbum: verhandlungsbegleitende Aktion von rund 300 Beschäftigten

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